Linux als PDC mit Samba 3
Access Control Lists
Ein Feature, das viele Anwender beim Umstieg vom Windows- auf den Samba-Server vermissen, ist die Möglichkeit, auch den Zugriff auf einzelne Dateien zu beschränken. Von Haus aus bietet Samba ja nur die Option, Zugang zu den Daten abhängig von Benutzerkennung oder Gruppenzugehörigkeit zu regeln. Für die wesentlich feiner granulierte Rechtevergabe unter Windows zeichnen die so genannten Access Control Lists (ACL) verantwortlich. Dabei handelt es sich im Prinzip um Tabellen, in denen für jede Datei und jedes Verzeichnis hinterlegt ist, welche Benutzer welche Zugriffsmöglichkeiten besitzen.

Frage des Formats: Nur bestimmte Dateisysteme unter Linux - wie zum Beispiel Ext3 - unterstützen die Posix-ACLs.
Auch für Linux existiert ein entsprechendes, wenngleich weitgehend unbekanntes System: die Posix-ACLs. Mit ihrer Hilfe kann auch ein Samba-Server die unter Windows verfügbaren Rechte auf Dateien bieten. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Posix-ACLs beim Erstellen des Kernels aktiviert wurden und das verwendete Dateisystem Posix-ACLs unterstützt. Während der Standard-Kernel von SuSE Linux 9.0 Posix-ACLs unterstützt, hat SuSE bei der Wahl des bevorzugten Dateisystems einen echten Bock geschossen: Das im Normalfall als Vorgabe verwendete ReiserFS ist nicht in der Lage, mit Posix-ACLs zu arbeiten.
Wer also einen Samba-Server unter SuSE Linux 9.0 aufsetzen möchte, der sollte gleich bei der Installation darauf achten, das verwendete Dateisystem von ReiserFS auf Ext3 umzustellen. Letzteres bietet sowohl Support für Posix-ACLs wie auch ein Transaktions-Log, um bei einem Systemabsturz den ursprünglichen Zustand des Dateisystems wieder herstellen zu können.
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