Das sagen Dell, EMC, Fujitsu, HDS, HP, IBM, NetApp und Oracle

Storage-Trends: Speichersysteme für die Private Cloud

Christian Vilsbeck
Christian Vilsbeck ist als Senior Editor bei TecChannel tätig. Der Dipl.-Ing. (FH) der Elektrotechnik, Fachrichtung Mikroelektronik, blickt auf längjährige Erfahrungen im Umgang mit Mikroprozessoren zurück. Client- und vor allem Server-CPUs zählen zu seinem Spezialgebiet. Außerdem betreut der vor seiner Fachredakteurslaufbahn als Laboringenieur tätige Experte das Themenfeld Storage und führt Tests von NAS-Systemen, SSDs und Festplatten durch. Sein Interesse widmet er zunehmend auch mobilen Themen wie Smartphones und Tablets.
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Private Clouds werden immer mehr in die IT-Infrastruktur integriert. Welche Voraussetzung müssen Speichersysteme mitbringen, um fit für die Anforderungen von Private Clouds zu sein? TecChannel hat die führenden Storage-Anbieter gefragt.
Geht es in Unternehmen um den Einsatz von Cloud-Services, so fällt die Diskussion schnell auf das Thema Sicherheit. Angesichts der Ausspähaktionen sind Bedenken vorhanden, wer auf die eigenen Daten in der Cloud noch so alles zugreift. Hinzu kommt oft die Ungewissheit, auf welchen Servern in welchem Land die Daten liegen.
Der Vorteil von Cloud-Infrastrukturen ist aber durch die Flexibilität und den Möglichkeiten oft nicht von der Hand zu weisen. Entsprechend groß ist das Interesse an Cloud-Diensten für den Einsatz im Business-Alltag. Die Lösung heißt für viele Unternehmen "Private Cloud". Hier werden alle IT-Services, Virtualisierungstechniken und die Storage-Infrastruktur im eigenen Rechenzentrum gehalten.
Doch was muss die eigene Speicherlandschaft leisten, damit sie fit für den Einsatz eines Private-Cloud-Szenarios ist? Wir haben die Experten der führenden Unternehmen im Storage-Segment gefragt, worauf es zu achten gilt:

Welche Storage-Infrastruktur wird für die Private Cloud benötigt?

Hans Schramm - Dell: "Die Anforderungen umfassen im Grunde das, was sich der Administrator immer schon gewünscht hat: einfache Handhabung, einfaches und übersichtliches Management und hohe Skalierung. Aus unserer Sicht werden sich die Private Clouds 2014 weiter ausbreiten und etablieren, speziell in Europa und Deutschland, da hier die Anwender ganz konkret wissen wollen, wo ‚ihre‘ Cloud beginnt und aufhört; die Cloud ist dann wirklich greifbar. Die Diskussion über die Datensicherheit aus 2013 hat diese Haltung natürlich weiter verstärkt. Wir berücksichtigen das in unserem Portfolio: Dell bietet dafür mit dem Dell Data Space eine ideale Lösung, die sich nicht nur für den Mittelstand eignet. Es handelt sich um eine Shared-Storage-Lösung komplett aus einer Hand, Hardware und Software sowie die Installation, und das alles basiert auf normalen Servern- und Storage-Komponenten."
Dr. Stefan Radtke - EMC: "Im Zuge der NSA-Affäre gewinnen private Cloud-Lösungen zunehmend an Bedeutung. Für die Speichertechnologie bedeutet das, dass sie sich nahtlos in entsprechende Frameworks, beispielsweise von VMware oder Openstack, einfügen müssen. Dies kann nur durch die Zurverfügungstellung entsprechender APIs gewährleistet werden. Standen traditionell intuitive Weboberflächen sowie skriptbare Kommandozeilen im Vordergrund, sind dies nun sicher implementierte APIs, über die sämtliche Managementfunktionen ausführbar sein müssen. Des Weiteren sind Funktionen notwendig, die eine Mandatenfähigkeit ermöglichen. Dies sind zum Beispiel netzseitige Trennung von Zugriffen unterschiedlicher Mandanten, Authentifizierung gegen verschiedene, lokale oder entferne Authentifizierungs-Provider wie Active Direcroy, LDAP oder Kerberos, die Möglichkeit, Daten zu verschlüsseln (gilt natürlich noch mehr für öffentliche Cloud-Lösungen), Datenzugriff sowohl über Dateisystemprotokolle (NFS, SMB) als auch Objektmechanismen (http, s3, Openstack,Atmos)."
Robert Guzek - Fujitsu Technology Solutions: "Für den Einsatz in Private Clouds sind hochflexible Speicher- und Backup-Systeme gefragt, die sich leicht in virtualisierte Umgebungen einbinden lassen und ein Höchstmaß an Energieeffizienz und Geschäftsorientierung im Sinne eines Business-defined Data Center mitbringen."
"Um den reibungslosen Betrieb zu gewährleisten, sollten Unternehmen darauf achten, dass der Hersteller zusätzlich zu den gewählten Systemen erstklassige Services bietet. Das gilt natürlich auch für Komplettlösungen aus Servern, Netzwerkkomponenten und Storage-Systemen. Im Idealfall bietet der Hersteller flankierend dazu Services und Lösungen für die Überwachung des Stromverbrauchs und des ökologischen Fußabdrucks an. Diese schaffen eine Informationsgrundlage für die fortlaufende Verbesserung der Energieeffizienz und für eine prüfbare Dokumentation im Sinne der Corporate Social Responsibility (CSR). Durch die Implementierung standardkonformer Energiemanagementprozesse werden Compliance-Anforderungen erfüllt, und steuerliche Mehrbelastungen können vermieden werden."
"Fujitsu bietet mit Fujitsu Integrated System Cloud Ready Blocks solch ein integriertes Private-Cloud-Computing-Paket an. Ein zentraler Bestandteil sind die Speicher- und Backup-Lösungen der Reihe ETERNUS DX90 und ETERNUS CS. Diese schlüsselfertigen Lösungen für skalierbare, vorkonfigurierte und geprüfte Infrastrukturplattformen zur Vor-Ort-Implementierung privater Clouds sind eine Alternative zum aufwendigen ‚Do-it-yourself‘-Ansatz und können mit dem Cloud-Service für Energiemanagement ‚EcoTrack‘ kombiniert werden."
Thomas Meier - Hewlett-Packard: "Private Clouds basieren auf einem hochvirtualisierten IT-Stack, um die Hardwareinfrastruktur automatisiert, flexibel und mit einer hohen Verfügbarkeit zu nutzen. Traditionelle Speichersysteme sind auf dedizierte Applikationen und IO-Profile ausgerichtet. Daher tun sie sich schwer damit, unterschiedlichste IO-Lastprofile und Applikationen gleichzeitig mit einer geringen Latenzzeit zu bedienen, wie es in virtualisierten Rechenzentren mit vielen virtuellen Maschinen gefordert ist."
"Speichersysteme der nächsten Generation sind für Private-Cloud-Umgebungen optimiert und bringen die folgenden Voraussetzungen mit: höchste Effektivität und Flexibilität bei der Nutzung der Speicherresourcen, hohe Skalierbarkeit für verbesserte IO-Performance, Kapazität und Hochverfügbarkeit mit Quality of Service, Mandantenfähigkeit, ein zentrales Dashboard, einfaches Management und einfache Automation für die Provisionierung und Deprovisionierung von Speicher, einfache Snapshot-Einbindung (REST API) in zentrale Backup & Recovery-Systeme."
"Das StoreServ-System von HP 3PAR wurde für Storage-as-a-Service-Provider entwickelt. Es erfüllt alle genannten Anforderungen und bietet mit seiner Thin-Technologie ein nachhaltiges, optimales Preis-Leistungs-Verhältnis. Besonders hervorzuheben sind die Mandatenfähigkeit, das zentrale Dashboard und das einfache Management der Systeme."
Dr. Georgios Rimikis - Hitachi Data Systems: "Private Clouds werden in der Tat ihren Siegeszug fortsetzen. Dabei spielt die Mandantenfähigkeit der Systeme aus Sicherheitsgründen auch für Private-Cloud-Umgebungen eine wichtige Rolle. Von zentraler Bedeutung wird es aber sein, dass die Vorteile einer privaten Cloud bei den Endanwendern ankommen: Sync- und Share-Modelle sind hier gefragt, wie wir sie aus dem Consumer-Bereich kennen. Das einfache Teilen von Informationen und die synchrone Speicherung auf verschiedenen Geräten - Stichwort BYOD - rücken die Applikation und den Anwender in den Mittelpunkt. Solche Funktionen müssen integriert sein, weil das die Menschen aus ihrem persönlichen Nutzungsverhalten gewohnt sind. Diese Fülle an Möglichkeiten muss aber stets mit einem Enterprise-gerechten Sicherheitsniveau einhergehen, wozu nicht zuletzt eine weitreichende Verschlüsselung der Daten zählt."
Michael Achtelik - IBM: "Die Anforderungen an Speichersysteme für eine private Cloud decken sich in hohem Maße mit den ausgeführten Anforderungen an eine Software-defined-Storage-Infrastruktur. Speichersysteme für eine private Cloud müssen aus unserer Sicht zunächst extrem dynamisch und flexibel sein, was durch eine vollständige Virtualisierung der Speicherressourcen erreicht werden kann. Zusätzlich müssen sie ‚programmable‘ sein, also über APIs ansprechbar, provisionierbar und orchestrierbar. Betrachtet man reine ‚Storage Clouds‘, so rückt eine weitere Anforderung in den Mittelpunkt: die Fähigkeit zur ‚Selbst Provisionierung‘ durch den Benutzer."
"‘Cloud Agile‘, also die Optimierung von Speichersystemen für die Anforderungen des Cloud Computing, ist eine zentrale Säule der Entwicklungsstrategie für das IBM-Storage-Portfolio. Mit den Produkten der Storwize-Familie ist IBM positioniert bei der Speichervirtualisierung, die IBM-Storage-Lösungen in Openstack, VMware und viele andere relevante Cloud-Operating-Systeme integrieren. Mit ‚IBM Smart Cloud Storage Access‘ bieten wir eine fortschrittliche Lösung zum ‚Storage Self Provisioning‘ sowohl im NAS- als auch im Block-Bereich."
Johannes Wagmüller - NetApp: "Speichersysteme für die Cloud sollten sich durch die gleichen Eigenschaften auszeichnen, wie sie für das Software-defined Data Center Voraussetzung sind: Sie sollten sich nahtlos in die führenden Cloud-Stacks integrieren lassen und zu einem hohen Maße standardisiert und automatisiert sein. NetApp bietet beispielsweise mit FlexPod eine konvergierte Infrastruktur mit validierten Designs für eine Vielzahl von Applikationen von NetApp und Cisco für einen effizienten Weg, eine Cloud aufzusetzen und zu betreiben. Für das Unternehmen bedeutet das die schnelle Implementierung, die Vermeidung von Risiken oder Fehlerquellen sowie ein einfaches Management und Monitoring zur Kontrolle der Services."
Vincenzo Matteo - Oracle: "Storage-Systeme müssen exzellente Performance bieten, dabei darf aber nie die Wirtschaftlichkeit des Gesamtsystems aus den Augen verloren werden. Die Verwaltung von bis zu mehreren tausend virtuellen Maschinen in einem einzigen Storage-System muss gewährleistet sein; Oracle ZS3 erfüllt diese Anforderungen. Eine gute Grundlage für den Aufbau und die Verwaltung einer Private-Cloud-Infrastruktur bietet Oracle Enterprise Manager 12c."
(cvi)
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