Einsatz und Nutzen

Ratgeber: Virtual Tape Library

23.08.2012 (aktualisiert) | von Beate Herzog
Foto: Tandberg
Foto: Tandberg
Traditionelle Bandbibliotheken werden zunehmend von Virtual Tape Libraries verdrängt. Diese VTLs beschleunigen die Sicherungsverfahren, befreien von den üblichen Problemen mit Bandlaufwerken und -bibliotheken und sorgen im Desaster-Fall für eine schnellere Wiederherstellung des Datenbestands.
Die Ausgangslage der meisten datenverarbeitenden Betriebe im Speicher- und Backup-Bereich hat sich in den vergangenen Jahren zwar leicht zum Positiven gewandelt, ist allerdings immer noch nicht rosig: Unstrukturierte Daten, also E-Mails oder Dateien, nehmen nur noch in derselben Geschwindigkeit zu wie strukturierte Daten (Datenbanken). Herkömmliche Speichermechanismen arbeiten in diesen Umgebungen eher ineffizient, die Speicherkette von Festplatte auf Backup und schließlich ins Archiv erfordert spezielle Sicherungsfenster, und die eingesetzten Medien werden bei Weitem nicht optimal genutzt. Fast jedes Unternehmen geht derzeit von einer Zunahme von 60 bis 80 Prozent des belegten Speicherplatzes aus - pro Jahr. Hier heißt es, sich zwar neuer, aber bereits bewährter Technologien im Backup-Bereich zu bedienen.

Drei Hauptprobleme lösen

Analysen bestätigen seit Jahren wiederholt, dass hauptsächlich drei Schwachstellen im Speicherkonzept der Unternehmen anzutreffen sind:
  • Die Ausnutzung der Speichersysteme ist betriebswirtschaftlich zu gering.
  • Der Zeit- und Ressourcenaufwand für das bisherige Backup auf Bänder ist wesentlich zu hoch.
  • Der größte Teil der servernah gespeicherten Daten ist älteren Datums und wurde schon längere Zeit nicht mehr abgerufen.
Allerdings fallen bei schnellerer und zuverlässigerer Technik die Hardwarepreise immer noch kontinuierlich. Dies beflügelt natürlich die Gedanken der IT-Verantwortlichen und des Controllings, da gerade die Speicherkosten einen großen Teil des IT-Budgets aufzehren. Um die gesamten Ausgaben im Sinne der Total Cost of Ownership (TCO) zu senken, muss gerade der Speicherbereich einen besonderen Beitrag leisten.

Virtualisierte Bandlaufwerke

Viele Hersteller haben in den vergangenen Jahren Virtual Tape Libraries herausgebracht, um den Anwendern Wege aus ihren Speichernöten aufzuzeigen, darunter EMC, NetApp, Oracle und Quantum. Gemeinsam ist den verschiedenen Angeboten die Vorstellung von Speichervirtualisierung, wie sie die SNIA bereits vor Jahren formuliert hat: "Unter Virtualisierung ist die Integration eines oder mehrerer Backend-Services mit bestimmten Frontend-Funktionalitäten zu verstehen. Virtualisierung versteckt typischerweise einiges von der Backend-Komplexität vor dem Anwender - dieser greift auf einen gemeinsamen Ressourcen-Pool zu, ohne im Einzelnen wissen zu müssen, welches Storage-Device für welchen Service zuständig ist."
Übertragen auf die aktuelle Speicherkette im Unternehmen bedeutet dies, dass eine neue virtualisierte Storage-Architektur dabei helfen kann, Zeit, Aufwand und damit Kosten einzusparen. Um sich von den altbekannten Nachteilen der "klassischen" Sicherung auf Band zu befreien, werden heute zunehmend reine Disk-to-Disk-Umgebungen angeboten. Diese bieten einige Vorteile gegenüber den herkömmlichen Bandlösungen:
  • Die Zuverlässigkeit der Medien steigt, da nicht mehr nur ein Medium ohne jeglichen physikalischen oder logischen Schutz beschrieben wird, sondern mehrere parallel (RAID).
  • Die Geschwindigkeit der Sicherung steigt rapide, da nicht mehr nur ein Schreibvorgang pro Medium durchgeführt werden kann.
  • Die für das Einlesen eines Verzeichnisbandes, das Suchen und Einlegen eines Datenbandes und das Spulen zur richtigen Stelle benötigte Zeit wird komplett eingespart.
  • Die für eine Rücksicherung erforderliche Zeit schrumpft aus demselben Grund deutlich - mehrere Prozesse können gleichzeitig von allen Medien lesen.
  • Die Systeme sind durch den Wegfall der Mechanik wesentlich kompakter oder können auf gleicher Stellfläche wesentlich mehr Daten aufnehmen.
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