Kryptografie-Tool
BoxCryptor - Dateien für die Cloud verschlüsseln
von
Thomas RieskeThomas Rieske arbeitet seit Oktober 2002 als freiberuflicher IT-Fachjournalist und Autor. Zu den Themenschwerpunkten des Diplom-Übersetzers zählen unter anderem Computersicherheit, Office-Anwendungen und Telekommunikation.
, 09.11.2011
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Immer mehr Benutzer vertrauen ihre Daten den Anbietern von Cloud-Diensten an. Das ist komfortabel, aber nicht unbedingt sicher, wie Einbrüche bei Dropbox gezeigt haben. Die Software BoxCryptor bietet besseren und wirksamen Schutz dank starker Verschlüsselung.
Funktionalität: Mit BoxCryptor lassen sich Daten nach dem AES-256-Standard, einem Algorithmus mit einem sehr hohen Maß an Sicherheit, verschlüsseln. Dazu erstellt das Tool einen Ordner, in dem die codierten und mit einem Passwort geschützten Daten landen.
BoxCryptor erkennt eine bestehende
Dropbox-Installation und schlägt vor, den eigenen Ordner dort als Unterverzeichnis anzulegen.
Zusätzlich erstellt das Programm ein virtuelles Laufwerk und bindet es mit einem vom Benutzer wählbaren Laufwerksbuchstaben in
Windows ein. Legt man dort Dateien ab, verschlüsselt das Tool sie automatisch und speichert sie im zugrunde liegenden BoxCryptor-Ordner. Über das virtuelle Laufwerk hat der Anwender Zugriff auf die unverschlüsselten Dateien, die beim Lesen in Echtzeit decodiert werden. Maximal 2 GByte an Daten lassen sich in der kostenlosen Version auf diese Weise vor neugierigen Blicken verbergen.
BoxCryptor steht derzeit nur für Windows und als
App für Android zur Verfügung. Allerdings kann man einen mit BoxCryptor in Windows verschlüsselten Ordner dank der Kompatibilität mit dem
Encryption File System (EncFS) unter Linux und Mac OS X nutzen. Die genaue Vorgehensweise erläutert der Hersteller in seinem
Blog.

Sicher ist sicher: Das Verschlüsselungsverzeichnis von BoxCryptor wird über ein virtuelles Laufwerk in Windows eingebunden.
Installation: Die Installation erfolgt Windows-typisch per Assistent, der nach Aufrufen der 3,1 MByte großen Setup-Datei startet. Als Voraussetzung benötigt BoxCryptor das .NET Framework 2.0.
Bedienung: Nach der Installation verhält sich das Tool weitgehend transparent. Alles, was der Anwender im virtuellen Laufwerk speichert, landet zuverlässig und verschlüsselt im BoxCryptor-Ordner. Lediglich ein Icon im Infobereich der Taskleiste verrät, dass die Software im Hintergrund aktiv ist. Ruft man per Rechtsklick auf das Programmsymbol das Kontextmenü auf, lässt sich zum Beispiel der Laufwerksbuchstabe für das virtuelle Laufwerk oder das
Passwort ändern. Das Kennwort sollten Anwender besser nicht vergessen: Momentan besteht keine Möglichkeit, es auszulesen oder zurückzusetzen. Der Hersteller verspricht aber in künftigen Programmversionen eine Lösung.
Standardmäßig verschlüsselt das Tool nicht nur den Inhalt von Dateien, sondern auch deren Namen. Dieses Verhalten lässt sich beim Anlegen eines BoxCryptor-Ordners anpassen, nachträglich allerdings nur mithilfe des Kommandozeilenprogramms
BoxCryptor Control. Da keine Hilfefunktion in der Software integriert ist, muss der Benutzer solche Informationen auf der Hersteller-Website recherchieren. Dort steht auch ein einfach strukturiertes
Forum zur Verfügung.
Fazit: BoxCryptor ist ein einfach zu bedienendes Programm, mit dem selbst Einsteiger keine Schwierigkeiten haben dürften, ihre Daten sicher zu verschlüsseln. Auf diese Weise lassen sich
Cloud-Angebote wie Dropbox mit deutlich weniger Bedenken nutzen. Wer eine andere Plattform als Windows einsetzt, kann verschlüsselte Ordner dank EncFS zumindest unter Linux und Mac OS X verwenden. (hal)
BoxCryptor | Version: | 1.1.0.0 |
| Hersteller: | |
| Download Link: | |
| Sprache: | Englisch |
| Preis: | kostenlos (Beschränkung des verschlüsselten Laufwerks auf 2 GByte). Ohne Beschränkung: 14,99 Euro (private Nutzung) bzw. 34,99 Euro (kommerzielle Nutzung) |
| System: | Windows XP / Vista / 7 |
| Alternativen: | |