Microsoft offline - Anatomie eines GAUs
Fazit
Ob Fehlkonfiguration oder Angriff: Microsofts Reputation hat unter den drei Vorfällen jedenfalls schwer gelitten. Das Unternehmen hat nicht nur sein eigenes Netz unsicher konfiguriert - als eine "Einladung zur DoS-Attacke" bezeichnet es etwa der Forschungs- und Entwicklungsleiter des Security-Experten @stake. Selbst nachdem Microsoft durch den ersten Vorfall gewarnt war, wurde nichts unternommen, um eine mögliche Wiederholung zu vermeiden. Erst nachdem zum dritten Mal die Server für Stunden nicht zu erreichen waren, reagierte das Unternehmen mit vier weiteren, unabhängigen DNS-Servern - eine Maßnahme, die von vornherein hätte selbstverständlich sein sollen.
Unter diesem Aspekt wirkt die am Montag angelaufene, 200 Millionen Dollar schwere Werbekampagne für Microsoft wie ein Witz. "Software for the Agile Business - Ready, Set, Done!" lautet der Slogan. "Ready, Set, Gone!" frozzeln die ersten Spaßvögel inzwischen, und .NET wird zu Dot-NJET umgetauft. Als besonders amüsant empfinden viele Kommentatoren auch das Backup der MS-DNS-Server durch Akamai-Maschinen: Akamai gilt als klassische Unix-Company und verwendet vornehmlich Solaris-Rechner, gelegentlich auch einmal Linux-Maschinen. Selbst der Weg zu Microsoft führt jetzt also über Unix. Da besteht bei Microsoft wohl noch Nachholbedarf - auch im eigenen Haus. (jlu)
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