Neue Architektur, doppelte Performance

Nächste Generation: Intel stellt Itanium 9500 Poulson vor

Christian Vilsbeck
Christian Vilsbeck ist als Senior Editor bei TecChannel tätig. Der Dipl.-Ing. (FH) der Elektrotechnik, Fachrichtung Mikroelektronik, blickt auf längjährige Erfahrungen im Umgang mit Mikroprozessoren zurück. Client- und vor allem Server-CPUs zählen zu seinem Spezialgebiet. Außerdem betreut der vor seiner Fachredakteurslaufbahn als Laboringenieur tätige Experte das Themenfeld Storage und führt Tests von NAS-Systemen, SSDs und Festplatten durch. Sein Interesse widmet er zunehmend auch mobilen Themen wie Smartphones und Tablets.
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Foto: Intel
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Intel hat mit dem Itanium 9500 seine neue Generation von Highend-Server-CPUs vorgestellt. Die Prozessoren mit Codenamen Poulson verdoppeln gegenüber den Vorgängern der Itanium-9300-Serie die Kernanzahl und Performance.
Die neue Generation Itanium 9500 "Poulson" erhöht die Kernanzahl von vier beim Itanium 9300 "Tukwila" auf acht. Der Durchsatz soll sich damit verdoppeln. Durch das wieder vorhandene zusätzliche Hyper-Threading beherrscht Poulson bis zu 16 Threads. Laut Intel steigt sowohl die Integer-, Floating-Point-, Java- und OLTP-Datenbank-Performance um mindestens den Faktor 2. Neben der Kernverdoppelung bietet der Itanium 9500 auch eine bis zu 40 Prozent höhere Taktfrequenz. Poulson arbeitet je nach Modell mit einem Arbeitstakt von 1,73 bis 2,53 GHz. Die TDP-Einstufung reicht von 130 bis 170 Watt.
Beim Tukwila ist die TDP beim Topmodell noch mit 185 Watt spezifiziert. Intel erreicht die geringere Watteinstufung durch die Fertigung im 32-nm-Verfahren. Den Itanium 9300 produziert Intel noch mit 65 nm Strukturbreite. Die Anzahl der Transistoren steigt dabei von 2,05 auf 3,1 Milliarden zunehmen. Durch die geringere Strukturbreite nimmt die Siliziumfläche aber gleichzeitig ab: statt 699 sind nur noch 544 mm² notwendig. Poulson verfügt über einen massiven On-Die-Cache von 54 MByte. Zum Vergleich: Der Itanium 9300 besitzt beim Topmodell 24 MByte L3-Cache.
Intel nutzt beim Itanium 9500 wieder den Sockel LG1248 - unverändert zum 9300er. Die Geschwindigkeit der sechs QPI-Links des Itanium ist aber von 4,8 auf 6,4 GT/s gestiegen. Auch beim Arbeitsspeicher steigt die unterstützte Taktfrequenz von DDR3-800 auf DDR3-1066. Laut Intel sind in einer 4-Sockel-Konfiguration mit dem Itanium 9500 insgesamt 2 TByte Arbeitsspeicher (Low-Voltage-DIMMs) möglich.
Poulson besitzt unter anderem als neues Feature Intels Instruction Replay Technologie. Bei Fehlern in der Pipeline müssen mit Instruction Replay nicht mehr alle Stufen gelöscht werden (Pipeline Flush). Statt den Befehl somit komplett zu wiederholen, wird an die letzte bekannte korrekte Pipeline-Stufe gesprungen. Hyper-Threading erhält mit Poulson ebenfalls eine Auffrischung. Mit dem Dual Domain Hyper-Threading erfolgt eine Entkoppelung des Befehls-Frontends von den Ausführungseinheiten. So kann ein Thread mit dem Fetch-Vorgang beschäftigt sein, während der zweite Thread im Back-End bereits ausgeführt wird.
Zusammen mit der Vorstellung des Itanium 9500 kündigt Intel eine für künftige Xeon E7 und Itanium das "Modular Development Model" an. Demnach soll der Poulson-Nachfolger "Kittson" neben identischen Design-Elementen auf Silizium-Ebene auch eine Sockel-Kompatibilität zum Xeon E7 erhalten. Kittson soll im Jahr 2015 auf den Markt kommen.
Intels Itanium-9500-Serie ist ab sofort verfügbar. Die Preise reichen bei einer Abnahmemenge von 1000 Stück von 1350 bis 4650 US-Dollar. (cvi)
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