Linux-Distribution der Woche
Klonen mit Clonezilla 1.2.12-10
von
Jürgen DonauerJürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn . Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TecChannel sowie als Privatdozent.
, 07.02.2012
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Die Linux-Distribution Clonezilla könnte man ein bisschen als kostenloses Symantec Ghost bezeichnen. Auch mit Clonezilla lassen sich Partitionen- und Festplattenabbilder erstellen. Die neue Version bietet unter anderem eine verbesserte Hardware-Unterstützung.
Clonezilla basiert auf Debian Sid. Version 1.2.12-10 wurde gegen die Repositories vom 27.01.2012 aktualisiert. Es handelt sich bei dieser Live-Distribution nicht um eine Desktop-Variante. Vielmehr ist das Ziel der Entwickler das Klonen von Medien, beziehungsweise der Einsatz in Masseninstallationen.
Clonezilla bringt nicht nur die entsprechenden Pakete für einen Klonvorgang mit sich. Es sind auch diverse Applikationen an Bord, womit Sie Abbilder über das
Netzwerk sichern können. Dabei unterstützt das Live-System den Umgang mit
Samba (cifs), SSH und NFS.
Neuerungen und Änderungen
Mit dem Update gibt es auch einen aktualisierten Kernel. Version 3.2.1-2 bringt wie jedes Update des Herzstücks erweiterte Hardware-Kompatibilität mit sich. Ebenso haben die Entwickler Partclone und Syslinux Aktualisierungen auf Version 0.2.45, beziehungsweise 4.0.5 spendiert.
Sehr interessant in dieser Ausgabe ist, dass die neue Partclone-Version nun zwischen
VMFS3 und VMFS5 unterscheiden kann und diese beiden Dateisysteme separat behandelt. Das ist wichtig, weil die Unterstützung für VMFS5 noch etwas fehlerhaft ist und in der Datei drbl-ocs.conf deaktiviert sein sollte.
Clonezilla kann mit einer ganzen
Reihe von Dateisystemen umgehen. Bei einem Klonvorgang unterstützter Dateisysteme kopiert die Software auch nur die tatsächlich benutzten Sektoren. Dies kann sich sehr positiv auf die Geschwindigkeit des Klonvorgangs auswirken. Wird ein Dateisystem nicht unterstützt, führt die Software einen Sektor-für-Sektor-Klonvorgang durch. Das ist zum Beispiel auch für VMFS5 empfohlen.
Ebenfalls neu in dieser Version ist die Option autoname. Damit kann die Software das Abbild selbst benennen, wenn erwünscht. Ab dieser Ausgabe kann Clonzilla auch mit lrzip komprimieren. Dafür dient die Option -z7|--lrzip.
Masseninstallationen
Für eine Masseninstallation brauchen Sie Clonzilla
Server. Wie Sie diesen Aufsetzen ist auf der Projektseite
sehr gut erklärt.
Mit so einer Lösung können Sie
laut Aussage der Entwickler 40 oder mehr Computer gleichzeitig installieren. In einem Test wurde ein Abbild via Multicasting mit 5,6 GByte auf 41 Rechner in weniger als zehn Minuten installiert.
Einschränkungen
Die Ziel-Partition muss größer oder gleich der Quelle sein. Derzeit kann Clonezilla nicht mit inkrementellen Sicherungen umgehen. Ebenso ist kein Live-Klonen möglich. Die zu sichernde Partition darf nicht im System eingebunden sein. Der Umgang mit
RAID ist per Standard nicht unterstützt. Hier muss der Anwender selbst Hand anlegen. Eine Wiederherstellung von mehreren CDs oder DVDs wird ebenfalls nicht unterstützt.
Clonezilla Download
Clonezilla Live gibt es in drei Geschmacksrichtungen. Die i486 Variante unterscheidet sich von der i686-Version in Sachen PAE. Sollte ihre
CPU kein PAE unterstützen, ist erstere zu verwenden. Weiterhin ist eine Version für die Architektur x86_64 vorhanden. Sie können die ISO-Abbilder im
Download-Bereich der Projektseite kostenlos herunterladen. Alle drei Abbilder sind ungefähr 105 MByte groß. Das Changelog für Version 1.2.12-10 finden Sie bei
sourceforge.net. (mec)