File Hierarchy Standard und Linux-Partitionierung

Ratgeber: Was ist was bei der Linux-Verzeichnisstruktur

15.01.2013 (aktualisiert) | von Thomas Hümmler
Aufmacherbild
Wer ein Linux-System aufsetzen will, tut gut daran, sich mit der Verzeichnisstruktur eines Unix-Systems vertraut zu machen. Dann weiß man, wo welche Dateien zu finden sind, und kann die eigene Partitionierung optimieren. Wir zeigen, worauf Sie achten müssen und liefern Empfehlungen.
Während die Windows-Systeme noch an Eigenarten wie den Laufwerksbuchstaben und dem Rückwärtsstrich als Verzeichnistrenner festhalten, haben sich die anderen Betriebssysteme wie Mac OS X und Linux längst angenähert und sich auf eine gemeinsame Verzeichnisstruktur verständigt, ausgehend vom Wurzelverzeichnis "/", auch Root genannt.
Dass es diese Einheitlichkeit in puncto Verzeichnisinhalte und -bezeichnungen gibt, ist dem sogenannten Filesystem Hierarchy Standard, kurz FHS, zu verdanken. Dieses beschreibt den Aufbau eines Unix-Verzeichnissystems. Die aktuelle Version 2.3 ist vom Januar 2004.
Der FHS ist auf der einen Seite für Distributionsentwickler interessant, beschreibt er doch, wo welche Verzeichnisse und Dateien zu finden sind. Auf der anderen Seite profitiert der Benutzer davon, indem er sich ohne großes Einarbeiten schnell in anderen Linux- und Unix-Varianten zurechtfindet.
Ordnung muss sein: Der Filesystem Hierarchy Standard beschreibt den Aufbau eines Unix-Verzeichnissystems.
Ordnung muss sein: Der Filesystem Hierarchy Standard beschreibt den Aufbau eines Unix-Verzeichnissystems.
Ordnung muss sein: Der Filesystem Hierarchy Standard beschreibt den Aufbau eines Unix-Verzeichnissystems.
Für den Systemadministrator hingegen ist noch etwas anderes wichtig: Da es keine Laufwerksbuchstaben gibt, werden Partitionen, Festplatten und andere Speichermedien wie USB-Sticks und DVD-Laufwerke einfach als Verzeichnis in die Verzeichnisstruktur integriert. Der Fachmann spricht von Einhängen beziehungsweise Mounten.
Theoretisch kann ein Verzeichnis an jeder beliebigen Stelle eingehängt werden. In der Praxis geschieht das nicht. Denn es gibt bestimmte Orte, die dafür vorgesehen sind, wie die Verzeichnisse /tmp oder /mnt. Allerdings kann man sich beim Aufsetzen eines Servers diese Tatsache zunutze machen, indem man das System auf mehrere Festplatten oder Partitionen verteilt. Wer das geschickt anstellt, verhindert dadurch zum Beispiel ein unkontrolliertes Überlaufen des physikalischen Speichers oder kann im Fall eines Falles schnell die Benutzerdaten auf einen anderen Server verlagern.

Root (/)

An oberster Stelle eines gesamten Unix-Verzeichnissystems befindet sich das Wurzelverzeichnis, die Root, dargestellt durch den Schrägstrich. Was im Root-Dateisystem steht, muss ausreichen, um ein Linux-System zu booten oder zu reparieren. Dazu sind Diagnose-, Backup- und Restore-Utilities ebenso erforderlich wie Konfigurationsdateien und Boot-Loader-Informationen. Wichtige Befehle wie etwa mount müssen deshalb direkt erreichbar sein. Da aber im Root-Verzeichnis normalerweise nichts steht außer den Verzeichnissen, ist es zwingend, dass die entsprechenden Unterverzeichnisse samt den Programmen ebenfalls auf der Root-Partition vorhanden sind.
Sehr groß hat das Root-Dateisystem trotzdem nicht zu sein. Im Gegenteil: Es bietet sich an, dieses so klein wie möglich zu halten, um es eventuell von einem USB-Stick aus starten zu können. Außerdem ist eine kleine Root-Partition weniger anfällig für Beschädigungen, etwa infolge eines Systemabsturzes.
'Linux-Newsletter' bestellen!

Kostenlose AppsGratis-Apps für Smartphones und Tablet-PCs
Holen Sie sich die kostenlosen TecChannel-Apps für iPhone, iPad, Android, bada und Windows 7 Slate. Oder nutzen Sie mobil.tecchannel.de für alle Geräte.



Das könnte Sie auch interessieren
Ihre Meinung zum Artikel
Benutzername:
Passwort: