Ausfallsicherer Server-Betrieb

IT im Umbruch - Desaster Recovery reicht nicht

18.10.2013 (aktualisiert) | von Ulrich Lenz
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Business Continuity wird häufig auf Desaster Recovery reduziert, mit dem externe Störungen aufgefangen werden. In der Tat treten interne Störungen in IT-Systemen häufiger auf, doch per Desaster Recovery lassen sie sich nur unzureichend beheben. Hier sind andere Lösungen gefragt.
"Schadensereignisse", wie es im Versicherungsdeutsch ein wenig euphemistisch heißt, kommen meist so über die IT, wie man es nicht erwartet hat, und oft zeigt sich dabei, dass auch gute Vorkehrungen vergebens waren. So hatte sich im US-Staat New York erst mit dem verheerenden Wirbelsturm Sandy herausgestellt, dass die Idee, Notstromaggregate platzsparend im Keller aufzustellen, doch nicht so gut war. Fatal, wenn beispielweise die IT eines Buchungssystems auf den Strom dieser Anlage angewiesen ist.
Häufigkeit der verschiedenen Ausfallursachen: 95 Prozent aller IT-Ausfälle in Unternehmen sind auf lokale Ursachen zurückzuführen.
Häufigkeit der verschiedenen Ausfallursachen: 95 Prozent aller IT-Ausfälle in Unternehmen sind auf lokale Ursachen zurückzuführen.
Häufigkeit der verschiedenen Ausfallursachen: 95 Prozent aller IT-Ausfälle in Unternehmen sind auf lokale Ursachen zurückzuführen.
Foto: Libelle GmbH
Bei solchen Großereignissen rechnet wohl jeder Kunde und jeder Geschäftspartner damit, dass die Systeme nicht funktionieren. Bei den täglichen kleinen, auf ein Unternehmen begrenzten Schadensfällen jedoch ist mit einem solchen Verständnis kaum zu rechnen. Fällt beispielweise ein Online-Buchungssystem für Hotelreservierungen oder Flüge aus, so besteht der Schaden nicht nur in den Buchungen, die dann nicht vorgenommen werden können, sondern auch im möglichen Abwandern der Kunden auf andere Buchungsportale. Wenn die Systeme nicht ausreichend abgesichert sind, können auch bereits bestätigte Buchungen verloren gehen, betroffene Kunden werden dann möglicherweise Regressansprüche stellen. Die Kosten für derartige ungeplante Systemausfälle können enorm sein und in einer Welt, in der alles von der IT abhängt, durchaus die Existenz eines Unternehmens gefährden.
Über die Notwendigkeit von Backups muss man heute nicht mehr diskutieren, die klassische Datensicherung mittels Backup und Restore mit Band oder Plattenspeicher ist die Grundlage eines jeden Desaster Recovery. Die fortschreitende Digitalisierung aller Prozesse hat allerdings die Anforderungen erheblich hinaufgeschraubt: Allein die Dauer eines Backup-Laufs und der meist noch zeitraubendere Recovery-Lauf setzten einer Verkürzung von RPO (Recovery Point Objective) und RTO (Recovery Time Objective) Grenzen. Für Unternehmen mit hochkritischen Prozessen, beispielsweise in der Fertigung, oder Unternehmen mit hohem Anspruch an die Verfügbarkeit, wie Notdienste, reichen Backup und Restore daher in der Regel nicht aus.
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