Microsoft Office 2013 und Office 365

Das ist neu in Word 2013

von Michael Eckert, 14.11.2012
Aufmacherbild
Das populärste Programm in Microsoft Office ist Word. Neben Optimierungen für die Touch-Bedienung hat Microsoft an der sonstigen Bedienung nachgebessert und Word auch neue Funktionen spendiert. Wir zeigen Ihnen die wichtigsten Neuerungen.
Word ist DIE Textverarbeitung unter Windows. Und nach Microsofts Willen soll das Programm in einheitlichem Look and Feel nicht nur auf PCs, sondern auch auf mobilen Touch-Geräten zum Einsatz kommen. Das ist mit dem mausorientierten Bedienkonzept der bisherigen Word-Versionen schwer realisierbar. Alleine die Bedienelemente der Ribbon Bar sind zu dicht gepackt, um sie auf einem noch vergleichsweise großen Touchscreen, wie ihn die seltenen Surface-Tablets von Microsoft besitzen, sicher bedienen zu können.
Ribbon Bar: Das Word-Menü im Mausmodus (oben) und "aufgeblasen" für die Fingereingabe.
Ribbon Bar: Das Word-Menü im Mausmodus (oben) und "aufgeblasen" für die Fingereingabe.
Ribbon Bar: Das Word-Menü im Mausmodus (oben) und "aufgeblasen" für die Fingereingabe.
Wer nun in Word 2013 wieder einen Kulturschock bei der Bedienung befürchtet, wie ihn der Wechsel vom Textmenü der alten Word-Versionen auf die Ribbon Bar auslöste, kann sich entspannen. Auf den ersten Blick scheint sich beim Menüband zwischen Word 2010 und Word in Version 2013 nicht viel geändert zu haben. Die Touchscreen-Optimierung der Ribbon Bar lässt sich jedoch einfach über ein kleines Icon oben umschalten. Im Fingermodus vergrößert sich einfach der Abstand zwischen den Bedienelementen und einige Funktionen werden ausgeblendet. Die Bedienung funktionierte so bei oberflächlichen Tests mit den wenigen verfügbaren Surface-Tablets von Microsoft gut.

Neue Funktionen zum Lesen

Die Touch-Optimierung endet nicht bei der Ribbon Bar. Auch der neue Lesemodus kommt besonders gut auf Tablets zur Geltung. Word versucht in dieser Ansicht, das Dokument in Spalten so aufzubereiten, dass es einfacher seitenweise betrachtet werden kann. Das funktioniert nicht immer perfekt, insbesondere wenn Grafiken von Text umflossen werden. Das Ergebnis erinnert etwas an die Versuche, optisch anspruchsvoll layoutete Magazine im ePub-Format abzubilden. Die Bilder finden sich irgendwo in der Nähe ihrer ursprünglichen Position, meist unmotiviert mitten im Text.
Neu ist auch der Objektzoom. Im Lesemodus erhalten Sie nach Doppeltipp auf eine Tabelle, Bild oder Diagramm eine vergrößerte Ansicht. Ein weiterer Klick öffnet die Vollbildansicht. Abschnitte im Textdokument lassen sich mit einem Klick/Tipp beispielsweise auf die Kapitelüberschrift ausblenden, Microsoft nennt die Funktion Erweitern und reduzieren.

Teamarbeit

Das komplette neue Office-Paket und damit auch Word 2013 ist für das gemeinsame Arbeiten an Dokumenten ausgelegt. Grundbedingung für diese neuen Funktionen ist ein Microsoft-Konto beziehungsweise eine Organisations- oder Schul-ID. Damit werden Dokumente für die Teamarbeit oder den persönlichen Bedarf standardmäßig in der Cloud gespeichert. Auch das Verschicken eines Links zum Dokument ist möglich. Die Teamzusammenarbeit funktioniert zwischen allen Office-Paketen, gleich ob lokal installiert oder Cloud-basiert. Im Test mit einem lokalen Word 2013 und dem Pendant von Microsoft Office 365 Home Premium Preview klappte das Synchronisieren von Änderungen am gemeinsam bearbeiteten Dokument gut. Es "gewinnt" zunächst der Anwender, der als erster speichert. Bei dem anderen Teammitglied wird die entsprechend Passage markiert. Speichert der zweite Anwender nun, werden die Versionen zusammengeführt. Bei einem Konflikt weist Word darauf in und hilft bei der manuellen Auflösung.
Im Test hat uns auch die Lesezeichenfunktion gefallen, von Microsoft Weiterlesen genannt. Hier merkt sich Word die zuletzt bearbeitete oder angeklickte Textstelle. Beim nächsten Start des Dokuments, auch von einem anderen Gerät aus, weist ein Lesezeichen am Anfang auf diese Stelle hin. Klickt man es an, springt Word dorthin.

PDFs bearbeiten

Ein Grund zum Umsteigen auf Word 2013 könnte für den Normalo-Desktopnutzer die Möglichkeit zur Bearbeitung von PDFs sein. Microsoft nennt das PDF-Rückkonvertierung. Die Textverarbeitung liest klaglos ungeschützte PDF-Dateien und versucht sich an deren korrekter Konvertierung in ein bearbeitbares Word-Dokument. Was bei einfachen PDFs gut gelingt, funktioniert bei anspruchsvolleren Testobjekten aber weniger. eBooks mit vielen Grafiken und locker platziertem Text, wie das Titelbild von TecChannel-Compact 8/2012, sind ein Problem. Die Kompatibilität hängt dabei offenbar auch stark vom Layoutstil des Originals ab, wie die gut konvertierte Werbeanzeige für das Compact-Abo im gleichen eBook beweist. Für die Bearbeitung von einfachen PDFs ist Word 2013 jedoch eine große Hilfe, auch das Rückspeichern ins PDF-Format klappt hier gut. Bei aufwendigen PDF-Dateien mit Grafiken werden viele Nutzer zumindest die Möglichkeit zu schätzen wissen, den enthaltenen Text einfach kopieren zu können.

Fazit

Für Desktop-Einzelkämpfer ist der Umstieg auf Microsoft Office 2013 wegen der neuen Funktionen in Word nicht zwingend notwendig. Weit mehr zählen beispielsweise in Unternehmen die Möglichkeiten zur Teamarbeit und Cloud-Integration. Insbesondere mobile Mitarbeiter profitieren davon. Auch im Home Office oder an wechselnden Arbeitsplätzen ist die automatische Synchronisierung von Dokumenten praktisch.
Gut gelungen ist die Symbiose von Maus- und Touch-Bedienung. Sowohl am PC als auch auf einem der seltenen Surface-Tablets lässt sich gut mit Word 2013 arbeiten. Der neue Lesemodus ist aber wohl nur für Tablet-Nutzer interessant, am Desktop macht die WYSIWYG-Seitenansicht weiter mehr Sinn. (mec)
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