Torvalds: Durchbruch für Linux im Desktop-Bereich

von RODNEY GEDDA , 19.01.2004
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SCO und die Folgen

Rodney Gedda: Was halten Sie von den jüngsten Entwicklungen rund um SCO?
Linus Torvalds: Diese Woche war eine gute Woche, und ich bin froh, dass Novell in einem Brief öffentlich gemacht hat, dass SCO Novells Verträge verletzt. Außerdem musste SCO den Vorgang IBM zugänglich machen. Das bestätigt, dass es hier eigentlich nicht um Copyrights geht, sondern um den Vertrag mit IBM.
Das Ganze war zeitweise höchst ärgerlich, mit all diesen grotesken, unbegründeten Ansprüchen von SCO. Einige Medien haben den SCO-Fall leider aufgegriffen, ohne ihn weiter kritisch zu analysieren. Doch in letzter Zeit werden die Pressemitteilungen von SCO wieder einer genaueren Überprüfung unterzogen. Außerhalb der USA hat SCO seine Sache nicht sonderlich gut vorangebracht. Ich habe keine PR-Abteilung, und solange mich die Journalisten nicht ansprechen, habe ich auch keine Möglichkeit, den SCO-Fall zu kommentieren.
Prozesse spielen im Geschäftsleben der USA eine große Rolle. Es ist gut, dass dieser Fall allen Linux-Entwicklern noch einmal die Bedeutung von Code vor Augen geführt hat. Aber es war auch schlimm, weil das Ganze so ärgerlich ist. Unter keinen Umständen möchte ich so was noch einmal erleben.
Alle Linux-Entwickler nehmen das Copyright sehr ernst. Schließlich sind sie Entwickler und wollen also Code schreiben, nicht ihn kopieren. Daher glaube ich auch, dass die Code-Qualität von Linux sogar besser ist als die der kommerziellen Unix-Betriebssysteme. Wegen der Copyrights mache ich mir zwar grundsätzlich keine Sorgen, die Linux-Gemeinde hat aber auch nicht allzu viele Anwälte oder PR- und Marketing-Möglichkeiten.
(Übersetzt von Britta Mümmler)
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