In eigener Sache

Editorial CIO-Magazin 12/2012: "Wir beschäftigen die Falschen"

Horst Ellermann
Horst Ellermann ist Chefredakteur des CIO-Magazins.
Foto: cio.de
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Die neue Dezember-Ausgabe des CIO-Magazins ist erschienen. Welche Schwerpunktthemen Sie im aktuellen Heft finden, verrät Ihnen CIO-Chefredakteur Horst Ellermann.
Beim IT-Gipfel 2012 am 13. November in Essen hat Bitkom-Präsident Dieter Kempf die Zahl der fehlenden IT-Fachkräfte auf 40 000 geschätzt. "Schleichend, ohne dass wir das großartig merken, werden viele Projekte ins Ausland vergeben", mahnte Kempf. Seine Lösung: schnell junge Frauen und ausländische Fachkräfte für unsere Branche gewinnen. Und ältere Mitarbeiter weiterqualifizieren, damit "die Erträge in Deutschland bleiben oder sogar zurückkehren". Letzteres muss er als Bitkom-Präsident natürlich sagen.
CIO-Chefredakteur Horst Ellermann.
CIO-Chefredakteur Horst Ellermann.
CIO-Chefredakteur Horst Ellermann.
Foto: Joachim Wendler
CIOs hingegen kann es relativ egal sein, ob der IT-Supply in Deutschland oder sonstwo erbracht wird. Fakt ist, dass er nicht mehr im eigenen Unternehmen erbracht werden kann. Die vermeintlichen Erträge wandern sowieso an einen Dienstleister, da die 40 000 nun mal weniger in den Bitkom-Mitgliedsfirmen als bei den Anwenderunternehmen fehlen.
Welcher Entwickler geht schon zu Hipp-Babynahrung oder Schrauben-Würth, wenn er für Google et al. programmieren kann? Eigenentwicklung in Non-IT-Firmen ist ein Auslaufmodell, auch wenn in diesem Bereich nach wie vor die meisten IT-ler arbeiten. Kurzum: Wir beschäftigen die Falschen.
Richtig wäre, mehr Mitarbeiter für die Steuerung von Dienstleistern einzusetzen. Genau an denen mangelt es jedoch am meisten, wie die Studie "Faktor Mensch" des Beratungshauses Kienbaum belegt. Und wir tun zu wenig, um den Engpass bei der Demand-Steuerung zu schließen. Der "schlafende Riese" - laut Kienbaum die Anwendungsentwicklung - lehrt uns immer noch, dass nur, was aus dem eigenen Haus stammt, wirklich gut sein kann. Lassen sich die dogmatischen Vertreter dieser Schule wirklich umschulen, Herr Kempf?
Vielleicht, wenn wir selbst besser in Management und Leadership werden. Einen ersten Ansatz dazu haben wir im vergangenen Monat an der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung gefunden. Beim "Leadership Excellence Program" geht es darum, Strategien zu entwickeln und konsistent umzusetzen. Keine einfache Übung. Teil zwei des Seminars findet übrigens im Februar in Indien statt. Meine Kollegin Riem.Sarsam@cio.de und ich freuen uns über jeden Mitschüler.
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