Durch alle Schichten
Vielfältiger Markt für Softwarelösungen
Sie beginnt mit der Basislösung. Diese analysiert nicht nur Ethernet und Token-Ring, sondern auch VG Anylan. Die Daten können über eine normale Netzwerkkarte gecaptured werden. Es empfiehlt sich aber, NAIs spezielle Meßkarte für rund 1661 Mark zu verwenden, die Software kostet 3500 Mark. Das wohl bekannteste Produkt ist die Sniffer LAN-Suite. Sie läßt die üblichen LAN-Topologien einschließlich Fast-Ethernet vermissen und kostet rund 25 530 Mark - Karte exklusive. Außerdem können Kunden eine "Full Duplex Pod" für 16 800 Mark erwerben. Zu den Eigenschaften dieser Lösung gehört beispielsweise das Auslesen von Datenbanken.
Charakteristisch ist vor allem die expertensystemgestützte Fehler- und Lösungssuche, in der NAI/Network General die marktweit längste Erfahrung aufweisen können. Die Experten-Funktionalität steht für die wichtigsten Protokollfamilien zur Verfügung. Mehr als 250 Protokolle werden dekodiert. Zehn Verkehrs-, vier Fehler- und neun Stationsstatistiktypen können erstellt werden.
Inzwischen ist allerdings auch die Konkurrenz auf den Expertensystem-Zug aufgesprungen. Wandel & Goltermann bietet mit Mentor einen Experten-Aufsatz für die Analysatoren der Domino-Serie an. Optimal Networks (Vertrieb: tgs telonic) verwendet im "Application Expert" Expertensystem-Funktionalität, um Anwendungen auf ihre Leistungsfähigkeit im Netz zu untersuchen.
Wandel & Goltermann, bisher ausschließlich mit hardwarebasierenden Lösungen am Markt, bietet nun mit "Linkview" ebenfalls eine Software-Produktserie an. Sie besteht aus drei Varianten, die jeweils Ethernet und Fast-Ethernet sowie Token-Ring analysieren. "Linkview Lan Monitor" untersucht den Netzverkehr, Fehler und Ereignisse, ohne aber die Protokolle zu dekodieren. Der Internet-Monitor mißt, welchen Einfluß die Internet-Nutzung auf die Leistungsfähigkeit des LANs hat. "Linkview Pro" schließlich dekodiert den LAN-Verkehr, zeichnet ihn auf und generiert Testsequenzen. Kauft der Kunde das Zusatzmodul Examine, kann er die professionelleren Protokolldekoder der Domino-Analysatoren nutzen. Network Instruments "Observer" kommt ebenfalls ohne spezielle Hardware aus und bewegt sich preislich in ähnlichen Regionen.
Neue, intelligente Ansätze kommen von einigen Nischenplayern. Die englische Firma Chevin zum Beispiel bietet die Software "CNA Pro" an (erhältlich bei Datakom). Ihre Spezialität ist eine besonders gelungene Visualisierung, die schnellen Überblick über die Netztopologie, Datenverkehr, Fehleraufkommen und -ursachen liefert. CNA Pro analysiert Ethernet-10/100- und Token-Ring-Netze. Die Preisspanne reicht von 3000 bis 9500 Mark, deutsche Bezugsquelle ist Netcor.
Netcor vertreibt auch eine andere Produktspezialität: das Reporting-Tool "Quallaby Proviso" des französischen Herstellers Quallaby. Diese Lösung nutzt für ihre Analyseaufgaben die Informationen, die im Netz installierte Komponenten wie Switches und Router ohnehin erzeugen und wertet sie aus. Es sind aber auch eigene Probes verfügbar. Die Preisspanne der Lösung reicht von 16 500 bis 50 000 Mark. Zu den softwarebasierenden Lösungen gehören natürlich auch die Analysemodule, die Unternehmen wie Novell, Microsoft, Bay/Nortel, 3Com oder HP als Bestandteile ihrer Management-Suiten anbieten. Die Vorteile von RMON bestechen durch einheitliche Datenformate, Verwaltung des gesamten Netzwerks von einer zentralen Konsole aus und der flexible Einsatz von Probes.
Wohl der wichtigste Trend in Sachen Netzwerkanalyse ist derzeit die wachsende Verbreitung von Remote-Management-Systemen nach RMON-Standard. Der Artikel "Einfach raffiniert" auf Seite 30 befaßt sich im Detail mit den Problemen und aktuellen Implementierungen dieser Technologie. (sf)
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