Zukunft der IP-Netze: Die Latency-Falle
Kampf um Ressourcen
Brix Networks, das sich mit Echtzeit-IP-Applikationen befasst, stellte im Juli fest, dass sich die Sprachqualität von VoIP in den vergangenen 18 Monaten verschlechtert hat. Laut Brix wiesen von den knapp eine Million VoIP-Verbindungen, die über die Website überprüft wurden, zirka 20 Prozent eine inakzeptable Qualität auf - verglichen mit rund 15 Prozent vor einem Jahr.
Aus Sicht von Kaynam Hedayat, Technikchef bei Brix, liegt eine Ursache für diese Entwicklung darin, dass die Sprachdienste und andere Echtzeitanwendungen zunehmend mit Breitbandservices wie Video, Musik-Downloads oder interaktiven Spielen um Ressourcen im gleichen IP-Netz konkurrieren. Um das Übel in den Griff zu bekommen, müssten die Anbieter das Problem an der Wurzel angehen und sich mit den Gründen wie Jitter, Latency, Paketverlusten oder schlechter Round-trip Time (RTT) befassen. Ein geeignetes Mittel hierzu sieht Hedayat darin, dass bestimmte Verkehrsarten im Netz priorisiert werden und die Carrier dafür letztendlich eine Art zusätzliche Servicegebühr erheben.
Möglich wird dies durch eine junge Entwicklung, die Deep- Packet-Inspection-Technologie (DPI). Sie versetzt Provider allmählich in die Lage, in Echtzeit zu erkennen, welchen Verkehr die Anwender über ihre Netze transportieren - also ob sie gerade surfen, Mails abrufen, Skype nutzen, per VoIP telefonieren oder per P2P Daten austauschen.
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