Von 10 GBit/s bis 100 GBit/s

Ratgeber: Wann lohnt sich welches Gigabit-Ethernet?

24.08.2012 (aktualisiert) | von Bernd  Reder

Mehr Lanes verwendet

Ein Grund dafür ist, dass bei 40/100 GbE mehr optische Übertragungskanäle (Lanes) verwendet werden als bei 10 GbE. Bei der 40-Gigabit-Version sind es vier Kanäle mit jeweils 10 Gbit/s, bei 100 GbE analog dazu zehn Kanäle. Dagegen verwendet 10-Gigabit-Ethernet zwei Kanäle - einen für das Senden und einen für das Empfangen von Daten. Allerdings ist nicht ganz ausgeschlossen, dass auch für 40- und 100-Gigabit-Ethernet künftig Single-Lane-Technologien entwickelt werden. Stand heute sind jedoch entsprechende Komponenten nicht verfügbar, und damit muss der Anwender eine neue Kupfer- oder Glasfaserverkabelung installieren.
Verkabelung für 10-Gigabit-Ethernet sowie 40- und 100 GbE: In Rechenzentren, in denen 40 GbE oder später 100 GbE eingesetzt werden soll, sind Multimode-Lichtwellenleiter der Kategorien OM3 und OM4 erste Wahl.
Verkabelung für 10-Gigabit-Ethernet sowie 40- und 100 GbE: In Rechenzentren, in denen 40 GbE oder später 100 GbE eingesetzt werden soll, sind Multimode-Lichtwellenleiter der Kategorien OM3 und OM4 erste Wahl.
Verkabelung für 10-Gigabit-Ethernet sowie 40- und 100 GbE: In Rechenzentren, in denen 40 GbE oder später 100 GbE eingesetzt werden soll, sind Multimode-Lichtwellenleiter der Kategorien OM3 und OM4 erste Wahl.
Foto: Cisco
Im Gegensatz zu 10 GbE mit seinen zwei Glasfasern verwendet 40 GbE zwölf "Fibres": jeweils vier für das Senden und das Empfangen von Daten; vier weitere Lanes beziehungsweise Fasern zwischen beiden Gruppen bleiben ungenutzt. Bei 100 GbE müssen die Lichtwellenleitern 14 Glasfasern bereitstellen: zehn für jede Übertragungsrichtung, während zwei weitere Paare ungenutzt bleiben.
Sowohl 40 GbE als auch 100 GbE erfordern Lichtwellenleiter der Kategorien OM3 (100 Meter Reichweite) oder OM4 (125 Meter). Beide Typen sind laseroptimierte Kabeltypen, die bereits für 10-Gigabit-Ethernet empfohlen wurden und in solchen Netzen eingesetzt werden. Bei der Planung der Verkabelungsinfrastruktur muss sich der Netzplaner heute entscheiden, ob er OM3- oder OM4-LWL einsetzt, die entweder "nur" für 40-Gbit/s oder auch für 100-GBit/s ausgelegt sind. Denn wie erwähnt, weisen die entsprechenden LWL-Versionen unterschiedliche Zahlen von Lanes auf. Im Zweifelsfall werden die Kosten der entscheidende Faktor sein. Wer größeren Wert auf langfristige Zukunftssicherheit legt, wird jedoch eine Verkabelung bevorzugen, die bereits für 100 GbE ausgelegt ist.

QSFP+-Transceiver für 40 GbE

Als Transceiver kommt bei 40-Gigabit-Ethernet in der Regel ein QSFP+-Modell zum Zuge (Quad Small Form Factor Pluggable Plus). Es unterstützt sowohl Kupfer- als auch Glasfaserkabel. Die aktuellen Modelle sind derzeit allerdings nur für 40 GbE ausgelegt. Es sind jedoch Versionen in Vorbereitung, die auch eine 100-GbE-Verkabelung unterstützen.
Wer bereits jetzt auf 100-Gigabit-Ethernet setzen möchte, ist auf CFP-Transceiver (C Form Factor Pluggable) angewiesen. Sie lassen sich in Verbindung mit einer Single-Mode-Verkabelung mit 24 Fasern einsetzen, sind aber auch für Multimode-Glasfaser- und -Kupferkabel erhältlich. Als Alternative forcieren etliche Hersteller CXP-Transceiver. Sie benötigen 3 bis 5 Watt Strom, etwa ein Drittel so viel wie CFP-Modelle. Zudem sind CXP-Steckverbindungen nach Herstellerangaben bis um den Faktor 17 kostengünstiger, wenn die Montagearbeiten vor Ort beim Anwender mit einberechnet werden.
'Netzwerk-Newsletter' bestellen!
Links zum Artikel






Ihre Meinung zum Artikel
Benutzername:
Passwort: