01.08.2002
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Grundlagen VoIP

Voice over IP (Teil 1)

von Prof. Dr. Axel Sikora

Digitale Telefonie (ISDN)

Die Einführung eines digitalen Netzwerks zur Erbringung integrierter Dienste (Integrated Services Digital Network - ISDN) brachte drei wesentliche Neuerungen mit sich:
  • Auch der Anschluss von der OVSt zur TAE ist digitalisiert. Dabei stehen drei verschiedene Dienstarten zur Verfügung: Sprache mit 32 kbit/s (ADPCM-Kodierung), 3100-Hz-Audio für Modemdaten und 64 kbit/s für digitale Daten.
  • Bereits am Hausanschluss findet eine Bündelung statt. Das Basic Rate Interface (BRI), auch als S0-Anschluss bezeichnet, überträgt drei Kanäle im zeitlichen Multiplex über die Leitung. Dabei handelt es sich um zwei B-Kanäle mit einer Bandbreite von 64 kbit/s und einen D-Kanal mit einer Bitrate von 16 kbit/s. Letzterer überträgt Signalisierungsmitteilungen und Benutzer-Datenpakete mit maximal 9,6 kbit/s. Beim Primary-Rate-Interface (PRI) stehen in Europa 30 B-Kanäle und 1 D-Kanal zur Verfügung, woraus eine Bandbreite von 2,048 Mbit/s resultiert. Daher wird das PRI oft auch als S2M bezeichnet. Auf Ebene des hierarchischen Telekommunikationsnetzwerks nennt man diesen Typ E1-Verbindung.
  • Während die beiden B-Kanäle weiterhin im Rahmen einer Leitungsvermittlung eine garantierte Ende-zu-Ende-Bandbreite aufweisen, handelt es sich beim D-Kanal um einen paketvermittelten Kanal. Er übernimmt normalerweise die gesamte Signalisierung ("Out-of-Band"), kann aber auch zur Übertragung von Nutzinformationen herangezogen werden. Ein typisches Beispiel stellt der X.31-Zugang zum X.25-Datennetz dar, wie er etwa für Points of Sales (POS) zum Einsatz kommt. Solche geringvolumigen Online-Abfragen für Zahlungsvorgänge mit Kredit- oder Scheckkarten lassen sich komplett via D-Kanal abwickeln.
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