iOS und Windows dahinter
Dringend gesucht! Freiberufler für Android-App-Entwicklung
von
Andrea KönigAndrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
, 10.03.2013
In mehr als 70 Prozent der Ausschreibungen für Freelancer werden Mobile-App-Experten mit Android-Kenntnissen gesucht. Entwickler für iOS-Apps und für Windows liegen weit dahinter. Das ergab eine Auswertung der Projektbörse Gulp.
Die Nachfrage nach Spezialisten für mobile
Apps steigt. Während beim IT-Freiberufler-Portal
Gulp im Jahr 2011 knapp 900 Projektanfragen nach selbstständigen App-Entwicklern gestellt wurden, kletterte diese Zahl 2012 auf 1400. Auch die Anzahl der bei Gulp registrierten Freelancer mit diesem Schwerpunkt nahm in den vergangenen drei Jahren zu - von 250 auf mehr als 1500.

Know how: Knapp 47 Prozent der freiberuflichen Mobile-App-Spezialisten bringen Android-Fachkenntnisse mit.
Foto: Gulp
Unternehmen suchen am häufigsten App-Profis mit Fachwissen im Bereich
Android, an zweiter Stelle folgt
iOS, an dritter
Windows Mobile. Beim Vergleich der drei Betriebssysteme liegt Android weit vorn: 2012 wurden in mehr als 70 Prozent der Projektanfragen Android-Kenntnisnisse verlangt. Die Nachfrage nach iOS-Spezialisten lag bei 22,2 Prozent, bei
Windows Mobile betrug sie 7,7 Prozent.
Unter den Freelancern ist der Vorsprung von Android-Fachkenntnissen weniger ausgeprägt. Nur knapp jeder Zweite (46,9 Prozent), der Know-how über Android, iOS und Windows Mobile vorweisen kann, bezeichnet sich als Android-Spezialist. 40 Prozent der selbstständigen Mobile-App-Entwickler sind iOS-Experten. "Selbstständige sollten Android stärker in ihren Fokus rücken, denn der Bedarf von Unternehmensseite steigt", kommentiert Stefan Symanek, Marketing-Leiter von Gulp, die Zahlen.
Scrum sollten Freiberufler beherrschen
Bei der Mehrheit der Projektanfragen zur App-Entwicklung wünschen Auftraggeber sich einen Entwickler mit Know-how über agile Entwicklung (Scrum) - auch wenn dies oft nicht zu den Sollanforderungen zählt. Als solche Must-haves wird Kenntnis in den relevanten Programmiersprachen und Frameworks genannt, am häufigsten C#, .NET, C++, Java, Objective-C, Cocoa und X-Code.
Die Gulp-Auswertung zeigt, dass Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren immer häufiger nach Entwicklern mit Know-how in
IT-Sicherheit suchen: "Wissen in Bezug auf Sicherheitsrisiken und deren Vermeidung wird immer häufiger von Unternehmen nachgefragt, die freie App-Entwickler suchen. Freelancer sollten diesen Aspekt also nicht vergessen", ergänzt Symanek von Gulp.
Stundensatz von 70 Euro
Selbstständige Mobile-App-Spezialisten fordern einen durchschnittlichen Stundensatz von 70 Euro. Das sind vier Euro weniger als alle bei Gulp eingetragenen IT- und Engineering-Freelancer im Schnitt verlangen.
Das muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass man als Entwickler von Mobile Apps grundsätzlich schlechter bezahlt wird. Sie liegen mit ihren Honoraren über der Forderung von Software-Entwicklern, die im Durchschnitt 69 Euro verlangen.

Gefragt: Bei über 70 Prozent aller Projektanfragen sind Android-App-Kenntnisse gefordert.
Foto: Gulp
Dazu kommt: Der
Altersdurchschnitt der Freelancer in diesem Bereich liegt drei Jahre unter dem Mittelwert aller Freiberufler und sie verfügen über vier Jahre weniger Berufserfahrung. Mit mehr Erfahrung würden in der Regel auch höhere Stundensätze einhergehen, heißt es in der Gulp-Auswertung.
Bei der regionalen Verteilung unterscheiden sich die Mobile-App-Freelancer vom Gesamtdurchschnitt: Auch wenn nur 13 Prozent von ihnen im Start-Up-Zentrum Berlin leben, sind das fast doppelt so viele wie im gesamten Freiberufler-Vergleich (sieben Prozent). Noch mehr freiberufliche App-Entwickler arbeiten allerdings in den Regionen in und um München (17 Prozent) sowie Frankfurt am Main (16 Prozent).
Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag unserer Schwesterpublikation CIO. (cvi)