Hallo,
ich möchte mir nun schon seit einiger Zeit eine SSD für mein Convertible Notebook (HP Elite Book 2710p) zulegen.
Leider finde ich keine wirklich ausführlichen bzw. aktuelle Kaufberatungen. Der Beitrag auf TecChannel ist zwar einer der besten, aber er gibt mir nicht die nötige Sichherheit, ob die SSD auch gut in mein System passt.
auf was muss ich dabei achten (bzgl meinen Systemvoraussetzungen)?
welche SSD's sind im Moment zu empfehlen (mind. 120GB, max 300€)
Ergebnis 1 bis 7 von 7
Thema: SSD Kaufberatung
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30.07.2011, 09:58 #1
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SSD Kaufberatung
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01.08.2011, 16:26 #2
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Ich persönlich finde die neue Crucial RealSSD M4 sehr gelungen - die Datenblattangaben zur Lese-/Schreibrate zeigen es zwar nicht, aber die Platte liefert auch bei 4K-Zugriffen richtig Performance und ist daher eigentlich eine ideale Systemplatte. Viele andere lesen und schreiben zwar am Stück wie wild, brechen aber bei den kleinen Systemdateien ein.
OCZ hat zwar einen Haufen Modelle auf dem Markt, aber scheinbar massig Probleme mit der Firmware bei wechselnden Zulieferern. Und nichts gegen Intel, aber die 320er sind nicht mehr ganz auf dem Stand der Zeit und bei den 510/520ern gibt es diverse Probleme, die wohl noch eines Firmware-Updates harren. Andererseits ist eine 320er grundsolide...
Und ob ich von den anderen Herstellern was kaufen würde? Kingston vielleicht...
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01.08.2011, 20:38 #3
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bisher war tatsächlich die osz agility 3 mein favourit (aufgrund des letzten berichts von tecchannel).
nur um dich richtig zu verstehen: um mein system zu beschleunigen ist die cruscial realssd m4 die beste? oder ist sie in erster linie sicherer als ssd's von ocz?
woher weiß ich ob mein notebook sata III fähig ist?
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02.08.2011, 08:56 #4
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Genau wissen, welche für einen persönlich "die beste" ist, kann man leider vorher sowieso nicht.
Aber grundsätzlich ist es bei einer Betriebssystem-Platte wichtig, wie schnell sie kleine Dateien lesen kann. Der Sandforce-Chipsatz, der in vielen SSDs steckt (auch in der OCZ), macht zwar in gewissen Situationen ordentlich Durchsatz, bricht aber bei vielen Zugriffen auf kleine Dateien ein und mag auch vorkomprimierte Dateien wie Bilder, Musik und Videos nicht so gerne. Bei OCZ kommt erschwerend hinzu, dass sie viele Teile bei Fremdfirmen einkaufen und damit die Hardwareentwicklung und die Firmwareprogrammierung nicht in einer Hand liegen - in diversen Foren häufen sich Berichte über die verschiedensten Probleme mit den Dingern und ich persönlich würde derzeit lieber die Finger davon lassen.
Ob eine der Platten "sicherer" ist, wage ich nicht mal zu vermuten. Aber wenn es Bluescreens hagelt oder die Platte ohne erkennbaren Grund sporadisch sekundenlange Denkpausen einlegt, dann ist das Murks.
Bei Deinem "besonderen" Notebook ist sowieso fraglich, was die SSD benchmarktechnisch bringen wird, denn der verbaute ICH9M-Controller kann noch nicht mal SATA2, geschweige denn 3. Damit wird sowieso keine SSD auch nur annähernd den versprochenen Durchsatz erreichen. Aber da es sich wenigstens nicht um eine "abgespeckte" Variante davon handelt, kann der Chipsatz theoretisch immerhin im AHCI-Modus laufen und unterstützt, wenn man den "Rapid Storage"-Treiber von Intel verwendet, auch den TRIM-Befehl. Vorausgesetzt natürlich, das BIOS von HP macht einem keinen Strich durch die Rechnung - ich würde also vorher mal prüfen oder googeln, ob AHCI bei diesem Modell geht oder nicht. Wahrscheinlich ja.
Wenn es geht, dann hätte man von einer SSD trotz des relativ langesamen Controllers noch einen Nutzen wegen der viel geringeren Zugriffszeiten. Und wenn die SSD auch mit Zugriffen auf kleine, verstreute Dateien gut klarkommt, dann dürfte sich in der Praxis kaum ein Unterschied "fühlen" lassen, denn dabei bricht auch bei guten SSDs der Durchsatz sowieso unter das Maximum von SATA150 ein. Und deutlich schneller als jede Festplatte am gleichen Controller wäre eine passende SSD auf jeden Fall, jedenfalls "gefühlt". Und das dürfte die Hauptsache sein. Die Ergebnisse von synthetischen Benchmarks sollte man sich auf so einem Rechner aber lieber gar nicht erst ansehen.
Außerdem muss man unbedingt Windows 7 einsetzen und sich von XP oder Vista trennen. Das sollte man tunlichst ganz frisch installieren, wobei man den Intel-RST-Treiber schon im Setup-Programm einbinden müsste. Obwohl das nicht unbedingt nötig wäre, spart man sich dadurch einen Haufen Handarbeit, weil Windows dann von Anfang an einige "Schalter" selbst richtig setzt, die man sonst später mühsam per Hand in die Registry einarbeiten müsste.Geändert von mettlog (02.08.2011 um 10:55 Uhr)
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06.08.2011, 10:57 #5
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wow! erstmal vielen dank für die sehr ausführliche antwort!
die ssd will ich mir zulegen, weil ich mein system sowieso neu auflegen möchte. da dachte ich mir wäre schon ziemlich cool...
windows 7 war schon installiert und wird auch wieder das convertible betreiben.
benchmarktests sind mir eig gar nicht so wichtig. das "gefühlte" von dem du sprichst trifft da scon eher zu. ich will, dass windows in wenigen sekunden hochfährt und programme (sehr) schnell gestartet werden. sind diese erwartungen realistisch?
ist die Crucial RealSSD M4 die ssd, die mir diese erwartungen erfüllen kann?
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08.08.2011, 12:16 #6
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Bei deinem System dürfte es relativ egal sein, welche SSD es wird - so lange du keine "problematische" erwischst, mit der du Bluescreens in Serie produzierst. Dazu ist die Transferrate des Chipsatzes einfach zu begrenzt. Es dürfte deshalb fast gleich sein, ob du die Crucial, eine Intel oder eine Samsung nimmst. Gib einfach nicht so schrecklich viel Geld aus, aber bleib bei einem Kompletthersteller und achte auf die TRIM-Unterstützung, sonst erleidest Du einen schleichenden Performanceverlust.
Nochmal: Du hast nichts davon, die schnellste Platte eines Vergleichstests zu kaufen, wenn schon die langsamste die Daten schneller liefert, als dein Controller sie schlucken kann. Achte dann lieber auf den Preis, die MTBF oder die Garantiedauer.
Bei Tom's Hardware wurde gerade ein Test gemacht, bei dem typische, ältere Systeme ab dem Jahrgang 2005 mit einer SSD aufgerüstet wurden - die Ergebnisse sind interessant, der Link führt auf die letzte Seite des Berichts mit dem Fazit. Offenbar ist auch bei solchen Systemen eine SSD so ziemlich die bestmögliche Frischzellenkur.
Beeindruckend sind vor allem die "Random Read/Write"-Werte auf Seite 5 des Berichts, wo man bei den oben erwähnten 4K kleinen Dateien mit der SSD einen 130- bis 210-fachen(!) Durchsatz im Vergleich zur alten Festplatte sieht. Dabei liegt aber auch bei der SSD der Durchsatz weit unter dem theoretischen Maximum eines SATA1-Controllers, also lesen auch neue Systeme die Daten nicht schneller als ältere. Die profitieren dadurch sogar prozentual noch mehr im Vergleich zum Betrieb mit einer Festplatte.Geändert von mettlog (08.08.2011 um 12:26 Uhr)
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06.09.2011, 11:50 #7
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Nur als Randnotiz: ich habe mittlerweile einen ähnlichen Umbau eines älteren Fujitsu-Siemens Tablet-PCs (T-4210) vorgenommen. In diesem steckt mit dem ICH7-M ebenfalls ein Controller, der nur SATA-150-fähig ist und damit viel langsamer als praktisch jede SSD am Markt. Als SSD habe ich mich für die oben erwähnte Crucial M4 mit 128 GB entschieden. Weitere Eckdaten: Intel Core Duo T-2400 (2 x 1,83 GHz), 2 GB RAM, Windows 7 Pro 32bit (64bit geht mit diesem Prozessor nicht).
Im Vergleich zur vorher eingebauten Samsung HM320JI Festplatte fühlt sich das gute Stück wie ein komplett neuer PC an. In beiden Fällen des Vergleichs wurde Windows 7/32 mit SP1 neu installiert und alle Treiber sowie verfügbaren Windows-Updates installiert. Auf der SSD-Installation wurde zusätzlich der TRIM-Support kontrolliert sowie Prefetch und der Defragmentierungsdienst abgeschaltet. Als Controllertreiber wurde der aktuelle Intel MST-Treiber verwendet.
Zuerst zum subjektiven Teil der Benchmarks: Windows startet (nach BIOS-POST) mit der SSD in 23 Sekunden bis zum Desktop, nach 34 Sekunden ist keine Plattenaktivität mehr erkennbar. Bei der Festplatte dauert der Windows-Start 51 Sekunden, es vergehen 77 Sekunden bis die Platte zur Ruhe kommt. Anwendungen starten rasant schnell, der ganze Rechner ist mindestens eine ganze Liga flotter und spricht auf alle Kommandos praktisch verzögerungsfrei an, wo bei der Festplatte immer kleine Gedenkpausen eingelegt werden.
Benchmark-Ergebnisse habe ich auch: Hier erst mal die Ergebnisse der Samsung-Platte (CrystalDiskMark):
und hier, am gleichen Rechner, die Werte der SSD (AS SSD Benchmark):
Die Steigerung ist beträchtlich: rund der doppelte sequentielle Durchsatz mag schon beachtlich sein, schwerer wiegen aber wohl die um den Faktor 20 schnelleren 4K-Zugriffe auf kleine Dateien.
Natürlich ist die Crucial M4 als SATA-3-SSD in diesem System völlig überdimensioniert und wird vom veralteten SATA1-Controller extrem in ihrer Leistung beschnitten. Zum Vergleich habe ich die Platte in ein moderneres Fujitsu Lifebook S760 mit Core i5-520M und 4 GB DDR3-RAM eingebaut, dessen QM57-Chipsatz wenigstens schon mal SATA2 unterstützt. Die Softwareausstattung war hier auf dem identischen Stand:
Auch hier begrenzt immer noch der Controller die Leistung. Windows startet auf diesem Rechner in 20 Sekunden, nach 31 Sekunden kommt die Festplatten-LED zur Ruhe. Das ist zwar schneller, aber nur noch 3 Sekunden besser als in dem viel älteren Computer. Im laufenden Betrieb mit Office und Internet sind subjektiv keine spürbaren Unterschiede mehr zwischen den beiden Notebooks vorhanden - also zieht die vier Jahre ältere Hardware trotz halbem Speicher, 700 MHz geringerem Nenntakt und deutlich lahmerer Grafik nahezu gleich mit dem viel neueren Rechner, der durch die SSD übrigens ebenfalls deutlich an Leistung zugelegt hat.
Der Vollständigkeit halber noch ein weiterer Wert der SSD auf einem Desktoprechner mit P67-Chipsatz und einem Core i5-2500K - die Rahmenbedingungen waren hier etwas anders, weil der Rechner nicht mir selbst gehört. Statt einer Neuinstallation wurde hier die Installation des neueren Notebooks verwendet, Windows hatte nach anfänglichen Boot-Problemen beim ersten erfolgreichen Start die Hardware neu erkannt und die passenden Treiber nachinstalliert. Mit einer frischen Installation wären eventuell andere Werte herausgekommen:
Der Controller ist hier SATA-3-fähig und begrenzt die SSD offenbar nicht mehr.
Aber um die Leistung dieser SSD im Speziellen oder um einen Benchmark auf aktueller Hardware ging es hier ja eigentlich nicht: Die Aufrüstung des alten Notebooks hat auf jeden Fall Sinn gemacht, denn es fühlt sich an wie ein ganz anderes Gerät aus einer viel moderneren Rechnergeneration. Für mich waren das die besten 150 Euro, die ich je in alte Hardware investiert habe. In diesem Zustand ist das Tablet noch gut für ein paar weitere Jahre, wenn es denn noch so lange mitmacht.Geändert von mettlog (06.09.2011 um 12:09 Uhr) Grund: Screenshots als Attachment
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