• Lesertest zum Samsung Serie 9 900X3C A02


    Erster Eindruck
    Gut gepolstert eingepackt in einem äußeren, weißen Karton kommt das neue Ultrabook von Samsung (Herstellerartikelnummer NP900X3C-A02DE) in seiner dunklen, edel anmutenden und für den Inhalt viel versprechenden Verpackung daher. Im Inneren ist zunächst einmal das Nötigste enthalten, nämlich Netzteil und -kabel, die Garantieinformationen, eine Schnellanleitung und ein Adapter für den Anschluss eines Ethernet-Kabels. Überdies wird aber auch eine Wiederherstellungs-DVD mit dem zugehörigen Windows 7 Professional 64-Bit mitgeliefert.



    Technische Daten
    Im Samsung Serie 9 900X3C ist eine Intel Ivy-Bridge Dual-Core CPU, die Core i5-3317U, mit einer Taktung von 1,7 GHz (bis maximal 2,6 GHz bei Bedarf im Turbomodus), einem 3 MB großen L3-Cache und einer Leistungsaufnahme von maximal nur 17W enthalten. Als Arbeitsspeicher stehen der CPU dabei fest verlötete 4 GB DDR3-1600 RAM zur Verfügung.
    Das Display mit LED-Hintergrundbeleuchtung ist 13,3 Zoll groß und löst mit 1600x900 Bildpunkten auf, was einer Bildpunktdichte von 138 ppi entspricht. Es ist matt und zeigt dank HD+ und SuperBright-Technologie von Samsung ein besonders helles und klares Bild. Als Grafikprozessor dient die in der CPU integrierte Intel HD-4000 GPU, die als Grafikspeicher einen Teil des Arbeitsspeichers (RAM) verwendet.
    Bei der enthaltenen Festplatte handelt es sich um eine SanDisk SSD U100 mit einer Kapazität von 128 GB. Des weiteren bietet das Serie 9 900X3C Gigabit-Ethernet (mit Adapter), Dualband-WLAN nach 802.11 a/b/g/n, Bluetooth 4.0, HD Audio und eine 1,3 Megapixel Webcam.
    An Anschlussmöglichkeiten sind ein USB 2.0 und ein USB 3.0 Port, ein kombinierter Anschluss für Kopfhörer oder ein externes Mikrofon, ein Speicherkartenanschluss für SD-, SDHC-, SDXC- und MMC-Speicherkarten, ein Micro-HDMI Anschluss und ein VGA-Anschluss (notwendiger Adapter nicht im Lieferumfang enthalten) vorhanden.

    Betriebssystem und vorinstallierte Software
    Das Serie 9 900X3C wird mit Windows 7 Professional 64-Bit ausgeliefert.

    Darauf setzen die folgenden Samsung-Tools auf, die eine einfache Verwaltung wesentlicher Einstellungen des Systems ermöglichen und dem Nutzer einige zusätzliche Features anbieten sollen:
    • Easy File Share (zum Teilen von beispielsweise Dokumenten, Fotos & Musik mit anderen Samsung-Computern via WLAN)
    • Easy Migration (zum Übertragen von Systemeinstellungen eines Computers auf einen anderen Computer)
    • Easy Settings (zur Konfiguration diverser Systemeinstellungen wie z.B. Booteinstellungen, Helligkeit, Energieeinstellungen – Leistung vs. Energiesparen – sowie Bluetooth und WLAN)
    • Easy Software Manager (gibt einen Überblick über mitgelieferte Treiber und Software inklusive der Trial-Versionen und bietet deren Installation, Deinstallation und Aktualisierung)
    • Easy Support Center (gibt einen Überblick über einige Aspekte der Systemperformance und weist in einem beschränkten Rahmen auf einige, mögliche Optimierungen hin)
    • E-POP (blendet einen Banner von Samsung ein, der für Vorführgeräte im Laden gedacht ist)
    • Interactive Guide (bietet Einblicke in einige der Merkmale des Serie 9 900X3C anhand von einigen kurzen Videos und Animationen)
    • Multimedia POP (startet einen kleinen Werbefilm zum Serie 9 900X3C, ebenfalls für Vorführgeräte auf dem Ladentisch gedacht)
    • Samsung Recovery Solution 5 (ermöglicht die Erstellung einer Datensicherung und auch die Rücksicherung des Systems aus einer vorher angelegten Datensicherung)
    • Software Launcher (bietet eine Art animiertes, aber für Windows-Nutzer sicherlich auch gewöhnungsbedürftiges Dock, von der Idee her z.B. vom Mac bekannt, in der für den Schnellzugriff beliebige Verknüpfungen von häufig genutzten Programmen abgelegt werden können)
    • User Guide (das Benutzerhandbuch mit Fehlerbehandlungsinformationen)



    Daneben ist auch noch weitere Software (teilweise als Trial- und Testversionen) anderer Hersteller vorinstalliert:
    • Absolute Data Protection (90-Tage-Testversion, bietet Fernsperrung bzw. -löschung bei Verlust und Diebstahl des Geräts)
    • Bing Bar
    • CyberLink YouCam (Software zur WebCam)
    • ETDWare PS/2-X64 (Software für das Touchpad)
    • Microsoft Office Starter 2010 (Word und Excel mit reduziertem Funktionsumfang und eingeblendeter Werbung)
    • Norton Internet Security (60-Tage-Testversion, Antivirus-Programm)
    • Norton Online Backup (30-Tage-Testversion, Datensicherung in die Cloud)
    • Skype 4.2 (Instant Messaging, Video-Chat und Telefonie)
    • Wild Tangent Games (Spieleportal mit Kontrollmöglichkeiten für Eltern, Unterstützung diverser Bezahlsysteme für den Spielekauf)
    • Windows Live Essentials 2011 (Messenger, Online-Fotogalerie, Mail und weitere Microsoft Dienstprogramme)

    Auffälligkeiten bei der Software
    Easy Settings: Eine Bluetooth-Deaktivierung war bei der vorinstallierten Version von Easy Settings nach jedem Neustart des System wieder unwirksam. Allerdings war dieser kleine Fehler nach einer Aktualisierung von Easy Settings behoben. Durch die Aktualisierung wurden aber einige der anderen, nachträglich geänderten Einstellungen einfach zurückgesetzt, so dass ein erneutes, den eigenen Wünschen angepasstes Einstellen der diversen Konfigurationsmöglichkeiten vonnöten war.

    Easy Software Manager: Wird immer automatisch mitgestartet und als System Tray Icon rechts unten eingeblendet. Leider gibt das Tool häufig eine Fehlermeldung aus, dass es nicht richtig installiert sei. Darüber hinaus werden auch sämtliche, nicht installierte Programme inklusive Trial- und Testversionen (als von vorinstallierten Beigaben nach deren Deinstallation) immer mit zur Installation angeboten. Hier wäre die Möglichkeit zum Ausblenden definitiv ungewollter Softwareelemente (wie beim Windows Update) wünschenswert gewesen. Bedauerlicherweise fehlt auch eine Einstelloption, um den Autostart des Easy Software Managers zu deaktvieren, was ein sinnvolles Feature wäre, da der Easy Software Manager nach der initialen Verwaltung (Bereinigung vorinstallierter Software und Installation weiterer, gewünschter Software) durch den Nutzer nur noch selten gebraucht werden dürfte.



    Samsung Recovery Solution 5: Mit diesem Tool lassen sich auf einfache Weise das Windows-Laufwerk oder aber gezielt ausgesuchte Verzeichnisse und Dateien auf einem externen Speichermedium sichern.

    Überflüssige Programme: Wie es bei anderen Herstellern ebenfalls der Fall ist, wird auch das Samsung Serie 9 900X3C mit einigen, zeitlich beschränkten Testversionen bzw. funktionell eingeschränkten Versionen von bekannten Programmen geliefert. Von der vorinstallierten Dritthersteller-Software sind dabei lediglich CyberLink YouCam für die WebCam und ETDWare PS/2-X64 für das Touchpad als notwendig zu erachten.

    Aber auch einige der Samsung-Programme können getrost deinstalliert werden. Wer z.B. keine Dateien zwischen Samsung-Computern austauschen muss bzw. auch dafür ohnehin eher auf einen USB-Stick oder Windows-eigene Mechanismen zurückgreift, braucht kein Easy File Share. Easy Migration muss ebenfalls nicht permanent auf dem Gerät installiert sein, da es nur dann benötigt wird, wenn ein Umzug von einem anderem oder auf ein anderes System ansteht. Die Mini-Tools E-POP und Multimedia POP sind für Vorführgeräte gedacht, die im Laden Interessenten einige Informationen rund um das Serie 9 900X3C zur Verfügung stellen sollen, und sind somit auf einem bereits beim Endkunden angelangten Gerät überflüssig. Und auch der Software Launcher mag zwar ein nettes Feature sein, dürfte aber dem einen oder anderen Nutzer als zusätzliche Kontrollinstanz für Anwendungsstarts (neben der Windows Startleiste) eher schon zu viel des Guten sein, mal abgesehen davon, dass diese noch dazu etwas gewöhnungsbedürftig ist.

    Tests und Eigenschaften der Hardware
    Die Core i5-3317U CPU von Intel erzielt eine ordentliche Rechenleistung, obwohl sie in der Familie von Intels mobilen Ivy-Bridge Prozessoren zu einer der schwächeren CPUs gehört, und liefert im Vergleich zu den noch leistungsstärkeren Geschwistern ein enormes Leistung/Watt-Verhältnis.



    Der Grafikprozessor hat laut Testberichten im Vergleich zur älteren Intel HD-3000 GPU bis zu 40% an Performance zugelegt. Für Spiele mit anspruchsvollen Grafikeffekten reicht dies aber nicht.

    Beim alltäglichen Gebrauch (Surfen, Arbeiten) und auch bei Multimedia ist die GPU aber vollkommen ausreichend und das helle (400 nit Lichtstärke) und matte Display entpuppt sich mit einem sehr beeindruckenden Bild als eines der ganz besonderen Highlights dieses Ultrabooks und ermöglicht im Gegensatz zu vielen, anderen Notebookdisplays auch noch das Arbeiten bei grellem Sonnenlicht und in Umgebungen mit starken Lichtquellen.

    Von den 128 GB Speicherplatz der SSD-Festplatte bleiben dem Nutzer neben der 25 GB großen Wiederherstellungspartition und der mehr als 4,5 GB großen Partition für den Ruhezustand nur noch knapp 98 GB für das mitgelieferte Windows 7 Betriebssystem und die eigenen Programme und Daten für die alltägliche Nutzung übrig.

    Um die Lebensdauer der SSD-Festplatte positiv zu beeinflussen, empfiehlt sich die Deaktivierung der Festplattenindizierung und des Defragmentierungsdiensts. Da eine SSD-Festplatte keine mechanischen Komponenten enthält, kann das Serie 9 900X3C während des Betriebs bedenkenlos bewegt und getragen werden, ohne Datenverluste zu risikieren.

    Insgesamt stellt auch die Festplatte mit knapp 445 MB/s beim sequentiellen Lesen und fast 255 MB/s beim sequentiellen Schreiben ein weiteres Highlight dieses Ultrabooks dar und ermöglicht zusammen mit der Ivy-Bridge CPU eine sehr kurze Bootzeit des Systems mit nur etwa 12 Sekunden bis zum Anmeldebildschirm (Samsung Fast Boot) und ein Aufwachen aus dem Ruhezustand in nur 2 bis 3 Sekunden (Samsung Fast Start).



    Auch der Intel Centrino Advanced-N 6235 WLAN-Adapter kann beeindrucken. Insbesondere da, wo manch anderes Endgerät so langsam Empfangsprobleme anzeigt, trumpft das WLAN des Samsung Serie 9 900X3C noch mit einem guten Empfang und einer ordentlichen Datenübertragung. Dieser Adapter kann auch auf 5 GHz funken, ist energieeffizient und erkennt selbst im Ruhezustand noch bekannte Funknetze, um den Netzzugang beim Aufwachen möglichst schnell herstellen zu können.

    Über Easy Settings bietet Samsung dem Nutzer an, das Ultrabook so einzustellen, dass die Akku immer nur auf maximal 80% der Ladungskapazität aufgeladen wird, da sich so die Lebensdauer der Akku erhöhen lässt. Aktiviert man dieses Feature und den Energiesparmodus, hält eine Akkuladung von 80% im Normalbetrieb ca. 5 Stunden, im Intensivbetrieb immerhin noch etwa 3 Stunden.

    Im Energiesparmodus kann das Öffnen neuer Anwendungen oder das Ausführen etwas anspruchsvollerer Aufgaben aber auch schon mal ein paar Sekunden länger dauern, insbesondere dann, wenn viele verschiedene Anwendungen im Wechsel gestartet und geschlossen werden oder die GPU parallel zur CPU stärker beansprucht werden soll. Im Normalbetrieb, wenn nur einige, wenige Anwendungen gestartet sind oder hauptsächlich im Internet gesurft werden soll, fallen aber nur selten bis kaum kurze Rechenpausen auf.

    Bei Bedarf kann der Energiesparmodus aber auch einfach über Easy Settings deaktiviert werden. Bei maximaler Leistung und Bildschirmhelligkeit verkürzt sich die Akkulaufzeit dann aber je nach Auslastung immerhin um bis zu 50%.

    Ein weiteres, nennenswertes Highlight ist die Tastatur. Mit dieser und dem großen Touchpad, das auch Gesten erkennt, lässt sich sehr gut und komfortabel arbeiten. Dazu kommt noch das nette Feature, dass die Tastatur automatisch per Lichtsensor gesteuert bei entsprechend schlechten Lichtverhältnissen angenehm beleuchtet wird.

    Für den Business-Einsatz ist im Serie 9 900X3C ein Trusted Platform Modul nach TPM 1.2 integriert. Die zugehörige Software, um TPM zu zu verwenden, kann bei Bedarf über den Easy Software Manager nachinstalliert werden.

    Negativ anzumerken ist lediglich, dass der mit 4 GB RAM ausgestattete Arbeitsspeicher nicht noch erweitert werden kann. Für einen nachträglich nicht erweiterbaren Arbeitsspeicher wären eher 8 GB angemessen gewesen. Darüber hinaus hätte anstelle des USB 2.0 Ports auch ruhig ein zweiter USB 3.0 Port eingesetzt werden können. Dass auch kein VGA-Adapater beiliegt, ist ebenfalls nicht nachvollziehbar und stellt ein weiteres, kleines Manko dar.

    Fazit
    Das für ca. 1.400 Euro erhältliche Serie 9 900X3C, auf das Samsung eine zweijährige Herstellergarantie gewährt, ist mit den Abmessungen von etwa 31,4 x 21,9 x 1,3 cm (Breite x Tiefe x Höhe), einem Gewicht von nicht einmal 1,2 kg, dem robusten Gehäuse aus hochwertig verarbeitetem Duralumin sowie den vielen, dem aktuellen Stand der Technik entsprechenden und energieeffizienten Komponenten ein besonders edles, dünnes und leichtes Ultrabook mit nur wenigen Defiziten für Nutzer mit hohen Ansprüchen an Design und Leistung.

    Wenn jedoch eine noch höhere Rechenleistung (besonders in Sachen Grafik) oder aber mehr als 4 GB Arbeitsspeicher erforderlich sind, ist das Samsung Serie 9 900X3C eher ungeeignet.
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