WSJ: EU will Microsoft hart bestrafen

Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" droht Microsoft massiver Ärger von den Kartellwächtern der Europäischen Union. Das gehe aus einem vertraulichen Dokument der EU-Kommission zum Kartellverfahren gegen Microsoft hervor.

Dem "Wall Street Journal" liegt das Dokument vor. Die EU-Kommission denkt anscheinend daran, eine hohe Geldstrafe gegen Microsoft zu verhängen und darüber hinaus zu fordern, dass Features aus Windows entfernt werden. Im August hatte die Europäische Union ein Kartellverfahren gegen Microsoft eröffnet, wir berichteten. Kurze Zeit später war das Verfahren auf Webserver und media Player ausgeweitet worden.

Mit der Kooperation von Microsoft sind die Kartellwächter dem Dokument zufolge höchst unzufrieden. Es sei die Rede von Irreführung und Behinderung. Die Geldstrafe solle deshalb bis zu zehn Prozent der etwa 2,5 Milliarden US-Dollar Umsatz von Microsoft betragen, berichtet das "Wall Street Journal".

Im EU-Verfahren werden dem Software-Konzern ähnliche Vorwürfe gemacht wie im derzeit laufenden Prozess in den USA. Microsoft soll seine Marktmacht ausgenutzt haben, um Konkurrenten zu behindern, etwa durch die Bündelung von Media Player und Betriebssystem. Laut dem Dokument will die EU-Kommission Microsoft auffordern, Änderungen an seinen bestehenden und künftigen Software-Produkten vorzunehmen. Damit käme, ohne ausdrücklich genannt zu sein, auch Windows XP ins Spiel. (uba)