Wizards of OS

In Berlin fand vom 11. bis 13. Oktober eine Neuauflage der erstmals im Sommer 1999 abgehaltenen Veranstaltung 'Wizards of Oz' statt. Die Schwerpunkte waren Open Source, digitale Signatur und Datensicherheit.

Die Themen der Veranstaltung WOS 2 kreisten um Kultur, Philosophie, Politik und Wirtschaft in Bezug auf Open Source, digitale Signatur sowie Datensicherheit und Datenschutz. Aber auch die Frage, wie man mit Open Source Geld verdienen kann und wie sich Open Source mit dem "Big Business" verträgt, wurde behandelt. Zudem gab es Panel zum Themenkomplex Open Source und Schulen/Universitäten sowie zum P2P-Journalismus.

Die Besetzung war hochkarätig: Andy Müller-Maguhn vom CCC und Direktor der ICANN, Hubertus Soquat, Referent beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWI), Klaus Keus vom BSI, Oliver Passek vom Netzwerk Neue Medien und der Bundestagsfraktion der Grünen als wiss. Mitarbeiter, Hansjürgen Garstka, Berliner Beauftragter für Datenschutz und Akteneinsicht sowie Tom Schwaller, Linux Enterprise Specialist von IBM, waren vertreten.

Datensicherheit: Zu allgemeinen Datensicherheitsfragen diskutierten Andy Müller-Maguhn vom CCC, Hubertus Soquat vom BMWI und Armin Medosch von Telepolis (v.l.n.r).
Datensicherheit: Zu allgemeinen Datensicherheitsfragen diskutierten Andy Müller-Maguhn vom CCC, Hubertus Soquat vom BMWI und Armin Medosch von Telepolis (v.l.n.r).

Im allgemeinen Panel zur Datensicherheit diskutierte Andy Müller-Maguhn mit Hubertus Soquat über allgemeine Fragen zu diesem Thema. Während offene Standards gemeinhin als Garant für mehr Sicherheit im Internet angesehen werden, sagte Müller-Maguhn, dass dies jedoch nicht der Fall sei. Offene Standards wären nur einige von vielen Faktoren, die dazu beitrügen. Auch die Überwachung des Internet sei fraglich, denn "wer überwacht die Überwacher?"

Positiv sei, dass in Deutschland noch nicht alles Mögliche so umfassend wie in den USA an das Internet angebunden sei. Ein Beispiel hierfür wäre die Telemedizin, bei der das Risiko durch unzulässige Eingriffe von Außen einfach zu hoch ist. Daher wäre es fahrlässig, einen derartigen Dienst zu realisieren, so Müller-Maguhn.