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Windows-Praxis - Hilfreiche Registry-Tools und Tipps

Es dürfte kaum eine Softwarekomponente in Windows geben, die ein solch starker Mythos in Bezug auf die Leistungsoptimierung umgibt, wie die Registrierungsdatenbank. Die schier unerschöpfliche Anzahl ihrer Parameter scheint zur Optimierung förmlich einzuladen - wir geben Tipps dazu und stellen die Tools vor.

Sie ist immer da und arbeitet unentwegt auf allen Windows-Computern: die Registrierungsdatenbank oder Registry. Bereits zu den Zeiten von NT wurde Windows mit einer zentralen Datenbank zur Speicherung aller wichtigen Parameter und vieler Einstellungen für das Betriebssystem ausgestattet. So brauchten dann die Konfigurationseinstellungen nicht mehr in jeweils einzelnen Dateien abgelegt werden. Die Datenbank arbeitet deutlich schneller und zuverlässiger als die zuvor genutzten INI-Dateien und erlaubt so einen deutlich leichteren "Umzug" auf ein anderes System. Mit der Einführung von Windows Vista und somit der aktuellen NT-Versionslinie hat Microsoft an der Zuverlässigkeit der Registry noch einmal deutlich gearbeitet. Der Windows-Ressourcenschutz schützt kritische Systemeinstellungen, Dateien und Ordner vor Änderungen, die nicht durch ein vertrauenswürdiges Installationsprogramm erfolgen. Daher können Benutzer auch keine kritischen Systemeinstellungen mehr vornehmen, die den Start von Windows unmöglich machen.

Überblick & Grundlagen: Vorteile der Systemzentrale Registry

Für den Profi: Jeder Registry-Eintrag kann auch direkt über die Eingabeaufforderung eingesehen oder manipuliert werden. Hier einer der wichtigsten Einträge: Mit "run" unter "hklm\software\microsoft\currentversion" werden Autostart-Einträge für den gesamten PC definiert.
Für den Profi: Jeder Registry-Eintrag kann auch direkt über die Eingabeaufforderung eingesehen oder manipuliert werden. Hier einer der wichtigsten Einträge: Mit "run" unter "hklm\software\microsoft\currentversion" werden Autostart-Einträge für den gesamten PC definiert.
Foto: Bär/Schlede

Um die Lauffähigkeit von Programmen, die zur Windows XP-Zeit oder noch davor entwickelt wurden, unter Windows Vista und höher zu verbessern, haben die Entwickler in Redmond eine Virtualisierung für Registry-Bereiche integriert. Diese darf nicht mit Hypervisor- und Hardwareemulationsprogrammen von VMware, Oracle oder Parallels verwechselt werden. Die Registry-Virtualisierung arbeitet sehr dezent: Bemerkt das Betriebssystem, dass der Benutzer eine Änderung in der Datenbank vornehmen wollte, die dieser von seinen Benutzerrechten her nicht durchführen darf, so "biegt" das Betriebssystem die Anforderung um.

Viele Vorteile der Registry offenbaren sich erst im Netzwerkverbund unter Verwendung des Verzeichnisdienstes Active Directory. Über Gruppenrichtlinien sind Administratoren so dazu in der Lage, die Einstellungen vieler tausend Client-Computer zentral und auf einmal zu steuern. Dabei nutzt der IT-Profi dann auch nicht etwa bekannte Windows-Programme wie REG.EXE oder REGEDIT.EXE: Die Gruppenrichtlinien werden in einer übersichtlichen und gut dokumentierten Software auf dem Server festgelegt und konfiguriert.

Für einen Anwender und sein Windows-System ist es grundsätzlich nicht sinnvoll, Parameter in der Registry Parameter umzustellen, ohne dabei genau zu wissen, was dieser Wert eigentlich steuert. Wenn der Entwickler einer Software gewollt hätte, dass ein Optionswert einstellbar ist, dann hätte er höchstwahrscheinlich auch dafür eine grafische Oberfläche programmiert.

So existieren dann sehr viele Programme, die die Registry nach Fehlern durchforsten, unnütze Verknüpfungen entfernen und nach Konfigurationsresten von bereits gelöschten Programmen suchen - und viele davon sind kostenfrei. Wir haben uns aus dieser großen Masse an Programmen einige herausgesucht und stellen sie hier in einem Überblick vor. Bei allen unserer Betrachtungen und Tests konnten wir jedoch eines mit Sicherheit feststellen: Auch durch diese Werkzeuge verwandeln sich Windows-Computer nicht wie von Geisterhand zu Leistungsboliden, indem ein paar Parameter in der Registry geändert werden. Was aber sehr wohl mit Hilfe dieser Programme möglich ist: Mit solchen Werkzeugen kann ein Nutzer häufig Unstimmigkeiten bei Anwendungen, beispielsweise fehlerhaften Starts von Programmen oder Blockaden von Windows bei der Installation eines Gerätetreibers, wirksam kurieren.

Grundlegender Tipp beim Umgang mit der Registry: Bevor Sie "von Hand" einen oder gar mehrere Parameter in der Registry ändern, legen Sie eine Sicherung dieser Datenbank an - oder noch besser, verwenden sie eines der vorgestellten Werkzeuge, das Ihnen den kontrollierten und gesicherten Zugriff ermöglicht. Denken Sie immer darin, dass Änderungen an der Registrierungsdatenbank so etwas wie eine "Operation am offenen Herzen" sind: Diese Änderungen werden sofort und ohne Nachfrage wirksam und können im schlimmsten Fall Ihr Windows-System unbrauchbar machen.