Datenbank-Betrieb, IT-Monitoring und Virtualisierung

Was Oracle-Kunden bewegt

Anwender von Oracle-Produkten interessieren vor allem die Themen Virtualisierung, Compliance, Business-Intelligence und die Automatisierung des IT-Betriebs, so die Deutsche Oracle Anwendergruppe e.V. (DOAG).

Von einer Automatisierung beispielsweise des Datenbankbetriebs erhoffen sich Firmen Kosteneinsparungen. Sie erwarten, damit den Anteil der Betriebskosten an den gesamten Ausgaben für IT drücken zu können, um mehr Luft für IT-Innovationen übrig zu haben. Die Situation verschärft sich, weil so manche Firma mit einem geringeren IT-Budget auskommen muss. Die Aufgaben des Lifecycle-Management, sprich Rollout, Überwachung von Wartung von Software sollen weniger manuell erledigt werden (siehe auch "Spartipps fürs Rechenzentrum").

IT-Automatisierung mit Hilfe der Fusion Middleware

Gespannt sind die Oracle-Anwender daher auf die Neuerungen der unlängst präsentierten "Fusion Middleware 11g". Sie enthält unter anderen einen erweiterten "Enterprise Manager". Dieses System-Management-Werkzeug könnte Unternehmen dabei helfen, Verwaltungsaufgaben im Datenbankumfeld zu automatisieren, die heute mit eigenen Tools oder selbst geschriebenen Scripts erledigt werden. Jedoch wollen viele Kunden auf das Release 2 der neuen Produktgeneration 11g warten. Das ist nicht neu: Viele Firmen nehmen erst das "Terminal-Release" einer Hauptversion in Betrieb.

Nach Angaben der DOAG stellt die Oracle-Plattform mit "AIA" (Application Integration Architecture) eine Integrationskomponente bereit, mit der sich verschiedene Anwendungen integrieren lassen. Die Lösung dient Oracle-Nutzern beispielsweise dazu, das CRM-Produkt "Siebel" mit einem ERP-System von SAP zu verbinden. Diese Kopplung wurde früher durch zahlreiche Schnittstellenprobleme erschwert.

Virtualisierung und Oracle-Lizenzmodelle

Virtualisierung spielt der DOAG zufolge auch bei Oracle-Nutzern eine große Rolle. Mit Hilfe der Technik hoffen die Firmen, ihre IT flexibler machen und ihre Hardware besser auslasten zu können. Jedoch sind den Nutzern die Lizenzbestimmungen des Softwarekonzerns diesbezüglich nicht verständlich genug. Sie fragen sich zum Beispiel, wie ein Lizenzvertrag auf Basis der Anzahl der CPUs eines Rechners zu bewerten ist, wenn die betreffende Software in einer virtuellen Maschine läuft, ohne dabei einem dedizierten Prozessor zugeordnet zu sein. Hinzu kommt, dass Firmen oft einen Mix aus verschiedenen Softwareprodukten von Oracle und anderen Anbietern in virtuellen Umgebungen nutzen möchten (mehr zum Thema Virtualisierung).

Fachkräftemangel belastet die Oracle-Anwender

Doch die wirklichen Probleme der Oracle-Kunden betreffen nicht die Technik oder die Lizenzmodelle: Woran es in ihren Unternehmen trotz Krise mangelt, sind IT-Fachkräfte, und zwar solche, die zwar einerseits Technik-affin sind, jedoch interdisziplinär denken und im Team arbeiten können. Den Mangel an Experten, die sowohl Geschäftsprozesse der Fachabteilungen als auch die IT-Lösungen verstehen, nannten die in der Studie befragte Mitglieder der DOAG als eines von drei Risiken in Sachen IT. Darüber hinaus hoffen sie, dass ihre Budgets nicht weiter schrumpfen. Insgesamt nahmen 182 Oracle-Kunden an der Befragung teil.

Compliance und Risiko-Management

Die befragten Firmen sagten zudem, dass der Druck steige, gesetzliche Anforderungen in IT umzusetzen (Compliance) und Lösungen für das Risiko-Management bereitzustellen. Dazu zählt beispielsweise, in den IT-Systemen die Vorgaben des US-amerikanischen Sarbanes-Oxley-Act ("SOX") sowie der deutschen GdPDU abzubilden. Oracle selbst macht es da den Kunden auch nicht immer leicht: So hatte der Anbieter erst nach Druck der Anwender die Zertifizierung der "E-Business Suite Release 12" gemäß den "Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung" (GoB) erneuert - eigentlich sollte das für einen ERP-Anbieter, der eine integrierte Buchhaltung entwickelt, selbstverständlich sein. Die E-Business Suite ist eine ERP-Komplettlösung, die für internationale Unternehmen geeignet ist. Sie steht in direktem Wettbewerb mit der "Business Suite" des Konkurrenten SAP.