Governance-Probleme

Warum jedes zweite Big-Data-Projekt scheitert

Zeit- und Budgetrahmen eingehalten sowie alle Funktionalitäten geliefert – diese Ziele erreicht nur die Hälfte aller Projekte. Das ergab eine Studie von NTT Data, der Digital Analytics Association e.V., der Leuphana Universität (Lüneburg) und der Alexander Thamm GmbH.

Deutsche Unternehmen setzen verstärkt auf Big-Data-Technologien. Davon ist zumindest der Anbieter NTT Data überzeugt. NTT Data wollte daher wissen, wie es um den Erfolg von Big-Data-Projekten steht. Gemeinsam mit der Digital Analytics Association e.V., der Alexander Thamm GmbH und der Leuphana Universität (Lüneburg) hat NTT Data die Studie "Big Data Governance - eine Reifegrad-Analyse für Deutschland" durchgeführt. 37 Unternehmen haben sich daran beteiligt, laut den Studienautoren Konzerne und große Mittelständler. Die Projekte beziehen sich meist auf Marketing, Vertrieb und Produktion.

Das Fazit fällt nicht gut aus. Nur jedes zweite Projekt hält den Zeit- und Budgetrahmen ein und erfüllt die Erwartungen, die an den Funktionsumfang gestellt wurden. Die Studienautoren führen das vor allem auf fehlende Governance zurück. Denn die Unternehmen, die bereits Strukturen etabliert haben, bringen fast drei von vier Projekten (73 Prozent) zum Erfolg.

Für NTT Data ist Big Data Governance ein Teil von BI Governance (Business Intelligence). Auf technologischer Seite müssen Big-Data-Anwendungen in die Architektur eingebunden werden. Stand-Alone-Implementierungen erzielen weniger gute Ergebnisse, so die Studienautoren.

Zur Definition beziehungsweise zu den Erwartungen an Big Data Governance: Die Anwender versprechen sich vor allem das Bereitstellen organisatorischer Strukturen und Richtlinien, Prozesse und Standards (46 Prozent). Außerdem definiert Big Data Governance eine Strategie inklusive Metriken (32 Prozent).

Das Management braucht mehr digitale Kompetenz

NTT Data betont, dass Entscheider Datenrechts- und Analysekompetenzen im Unternehmen aufbauen oder in das Unternehmen hereinholen müssen. "Das Management benötigt mehr digitale Kompetenz, um schon bei der Projektdefinition realistische Erwartungen und Key Performance Indikatoren (KPI) zu verabschieden", schreiben die Studienautoren.

Wichtige Erfolgsfaktoren

Ein näherer Blick auf die Ergebnisse zeigt, dass der Erfolg von Big-Data-Projekten teilweise auch vom Geld abhängt. Wer mindestens ein Fünftel seines IT-Budgets für Big Data aufwendet, erzielt demnach bessere Resultate. Faktisch aber stellt die Hälfte der Unternehmen nicht mehr als zehn Prozent des IT-Etats dafür bereit.

Die Studienteilnehmer selbst nennen technische Expertise als den wichtigsten Erfolgsfaktor (39 Prozent). Weitere 33 Prozent nennen das Budget und 28 Prozent datenschutzrechtliche Anforderungen.

Als größtes Risiko gelten Compliance-Vorgaben (43 Prozent). Technische und methodische Fragen nennen 31 Prozent.