Gebuchte Werbeanzeigen kommen teuer zu stehen

Vorschussbetrüger zielen auf Affiliate-Webseiten

Scheckbetrüger haben offenbar eine neue Zielgruppe aufgetan - Webeseitenbetreiber, die Anzeigen- oder Bannertausch-Partner suchen.

Vorschussbetrug mit ungedeckten Schecks ist für Hoteliers keine neue Masche. Die Betrüger suchen sich jedoch zunehmend andere potenzielle Opfer. Zurzeit sind es offenbar Webmaster beziehungsweise die auf Websites angegebenen Kontaktadressen, die Zielscheibe dieser Tätergruppe werden. In den Spam-artig verbreiteten Mails geben die Absender vor, sie wollten Werbebanner auf der Website des Angeschriebenen buchen. Sie fragen nach den Preisen für bestimmte Anzeigenformate, buchen auch und bezahlen mit einem Scheck, der sich später als ungedeckt erweist. Der finnische Antivirus-Hersteller F-Secure berichtet über diese Mails im Blog seiner Malware-Forscher.


Die eigentliche Betrugsmasche ist dieselbe, die bei Hotels und Pensionen schon länger praktiziert wird. Die Täter buchen eine bestimmte Leistung (welche genau, ist ihnen im Grunde egal) für beispielsweise 2000 Euro. Dann senden sie als Bezahlung einen Scheck über eine deutliche höhere Summe, zum Beispiel 3000 Euro. Bei Rückfragen geben sie vor, es sei ihnen ein Fehler unterlaufen. Sie bitten die zu viel bezahlte Summe per Bargeldtransfer zurück zu zahlen.


Wenn das Opfer darauf eingeht und die Differenz, in diesem Beispiel also 1000 Euro, per Western Union oder Moneygram an die angegebene Person und Adresse sendet, haben die Täter ihr Ziel erreicht. Das Opfer muss dann ein paar Wochen später feststellen, dass der bei ihrer Bank eingereichte Scheck platzt. Die Banken schreiben einen eingereichten Scheck zunächst vorbehaltlich dem Konto gut. Erst wenn die Summe dann von der bezogenen Bank im Ausland tatsächlich eingeht, wird sie endgültig gutgeschrieben - andernfalls wird der Betrag wieder vom Guthaben abgezogen.


Das Opfer hat bis zu diesem Zeitpunkt den vermeintlich zu viel bezahlten Betrag längst transferiert - und ist dieses Geld dann definitiv los. Auf diese Weise ergaunern die Betrüger ohne viel Mühe mal eben 1000 Euro. Der Tatbestand wird als Vorschussbetrug bezeichnet und ist als im angelsächsischen Sprachraum als "Advance Fee Fraud" oder "Nigerian 419 Fraud" bekannt - vorwiegend durch die kriminellen Aktivitäten der so genannten Nigeria Connection. (PC-Welt/mja)