Voodoo 4 und 5 in Sicht

Auf der Comdex hat 3dfx den unter dem geschmacklosen Codenamen Napalm gehandelten Voodoo3-Nachfolger vorgestellt. 3dfx verspricht für den VSA-100 genannten Chip Füllraten von über 333 Megapixel pro Sekunde.

Genau ein Jahr nach Vorstellung des Voodoo3 nutzte 3dfx den ersten Tag der Comdex um Einzelheiten zu dessen Nachfolger bekannt zu geben. Der im 0,25-Mikron-Technik und 6-Metall-Layer-Prozess hergestellte VSA-100 ist aus 14 Millionen Transistoren aufgebaut und bietet nun endlich auch 32-Bit-Full-Screen-Antialiasing.

Der VSA-100 unterstützt AGP 4x, kann bis zu 64 MByte Grafikspeicher adressieren, ist mit 166 oder 183 MHz getaktet und steuert einen 350 MHz RAMDAC. Weiterhin bietet der VSA-100 24-Bit-Z&W-Puffer, 8-Bit-Stencil-Rendering und unterstützt Texturen bis 2048x2048 Pixel. Neben AGP-Karten baut 3dfx auch weiterhin PCI-Karten.

Besonderen Wert legt 3dfx auf Skalierbarkeit. So sind Grafikboards mit bis zu vier VSA-100 für den Consumermarkt geplant. Im Maximalausbau mit vier VSA-100-Prozessoren und 128 MByte Videospeicher sollen Füllraten von bis zu 1,5 Gigapixel pro Sekunde möglich sein.

Als weitere Feature bietet der VSA-100 Texture-Kompression für 32-Bit-Texturen. Dabei kommen die APIs des FXT1-Standards aus DirectX sowie des DXTC-Standards der Open-Source-Bewegung zum Einsatz.

Auch so genannte Cinematic Effects hat 3dfx integriert. Damit sind Effekte wie Motion Blurs sowie Tiefenschärfe möglich, sodass beispielsweise nur Objekte im Vordergrund scharf erscheinen.

Soft Reflections&Shadows sollen für einen realistischeren Schattenwurf sorgen. Dabei erscheinen Schatten in der Nähe des Objektes scharf, weiter entfernte Schatten verschwimmen.

T&L unterstützt der VSA nicht. Nach Aussage von 3dfx soll diese Funktionalität dann integriert werden, wenn es genügend Spiele gibt, die T&L erfordern.

Stromfresser: In der Vierprozessorversion ist für einen Betrieb der neuen Voodoo-Karten ein extra Netzteil erforderlich.

Stromfresser: In der Vierprozessorversion ist für einen Betrieb der neuen Voodoo-Karten ein extra Netzteil erforderlich.

Die im Handel erhältlichen Produkte hören auf den Namen Voodoo 4 und 5. Die Voodoo 4 4500 kommt mit AGP- und PCI-Interface. Der Speicherausbau beginnt bei 16 MByte, die Preise starten bei 179 US-Dollar. Die Voodoo 5 5000 PCI ist eine Dualchip-SLI-Karte mit 32 MByte und soll 229 US-Dollar kosten. Die Voodoo 5 5500 AGP kommt mit 64 MByte und kostet 299 US-Dollar. Für die Highend-Spielekarte, die Voodoo 5 6000 AGP mit vier VSA-100 und 128 MByte sind 599 US-Dollar angepeilt.

Auch den Highend-Markt möchte 3dfx mit dem VSA-100 angehen. In Zusammenarbeit mit Quantum3D sind Boards geplant, die zwischen acht und 32 Chips beherbergen und Speicherausbauten bis 2 GByte zulassen. Die Speicherbandbreite soll bei 100 GByte/s liegen. Damit will 3dfx in Märkte vordringen, die bislang SGI vorbehalten waren. Die Preise reichen bis 40.000 US-Dollar. (fkh)