Viele Farben auf einer einzigen Faser

Mit Wavelength Division Multiplexing (WDM) lassen sich unterschiedliche Wellenlängen auf eine Glasfaser bündeln. Das Verfahren ist ein Lösungsansatz, um das wachsende Datenaufkommen zu verarbeiten, und das bei akzeptablen Kosten.

Von: Andreas Wurm

Der Bandbreitenbedarf steigt. Bei Debatten über die Gestaltung der Netze der Zukunft und bei Fragen zum Dienstangebot fallen in den Standardisierungsgremien Schlagworte wie Multimedia, Echtzeit-Videoconferencing und Hochgeschwindigkeits-Übertragungen. Unbestritten wird sich die Datenmenge vervielfachen, Sprachdaten sollten keinen nennenswerten Zuwachs mehr erreichen. Das Internet expandiert sowohl im Bezug auf die Teilnehmerzahl, als auch hinsichtlich des Bandbreitenbedarfs der Applikationen.

Die Fachleute sind sich nicht einig, mit welcher Technik der wachsende Bedarf an Bandbreite gedeckt werden kann: 10-Gigabit-Ethernet als Allheilmittel? Oder doch lieber Asynchronous Transfer Mode (ATM) mit Blick auf Quality of Service (QoS)? Mit ATM ließe sich die vorhandene Bandbreite wirtschaftlicher nutzen und somit die benötigte Bandbreite reduzieren. Eine andere Möglichkeit ist, auf die elektrooptische Wandlung der Signale zu verzichten, die wie ein Bremsklotz wirkt. Die Hersteller von Netzwerkhardware arbeiten bereits an optischen Komponenten.

Ein weiterer Ansatz ist die WDM-Technik (Wavelength Division Multiplexing) - ein Glasfaserkabel mehrfach für die Datenübertragung nutzen.

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mte Wellenlängen konvertiert und dann durch den Mux gleichzeitig über die Glasfaser geschickt.

Die Idee bei WDM ist simpel: Am Anfang einer Übertragungsstrecke bündelt ein so genannter Multiplexer (Mux) ankommende Wellenlängen beziehungsweise Farben auf eine einzige Glasfaser. Am anderen Ende der Strecke teilt ein Demultiplexer (Demux) das eingehende Signal wieder in die einzelnen Farben auf und leitet sie zu ihrem Bestimmungsort weiter. So lässt sich die Kapazität bereits verlegter oder neu installierter Glasfaserinfrastruktur um ein Vielfaches steigern.

WDM ist eine typische Punkt-zu-Punkt-Übertragungstechnik und eignet sich dadurch besonders zum Einsatz in Fernnetzen und Backbones. Die einfachste Methode besteht darin, die Nutzinformationen in unterschiedlichen optischen Fenstern auf die Reise zu schicken. Durch die Entwicklungen in der Lasertechnik ist es heute sogar möglich, Datenpakete mit unterschiedlichen Wellenlängen eines einzigen optischen Fensters über eine Faser zu senden. Um ein Signal in eine WDM-Faser einzukoppeln, ist es nötig, dieses vorher auf die entsprechende Kanalwellenlänge umzusetzen. Dies erfolgt in speziellen Modulen vor dem eigentlichen Multiplexer. Liegt das Signal bereits optisch vor, muss ein Transponder es von optisch auf elektrisch und von elektrisch wieder auf optisch mit der richtigen Farbe transformieren.