UMTS wird zum Hindernislauf

Mobilfunkprovider haben es derzeit nicht leicht. Neben immensen Schulden drücken Lizenzbestimmungen und sinkende Umsätze die Stimmung. Während die großen wie Vodafone über genügend Rücklagen verfügen, um über die Durststrecke zu kommen, wird es für die kleinen wie E-Plus oder Mobilcom langsam eng.

Von: Dr. Thomas Hafen

Bei der Vergabe der UMTS-Frequenzen (Universal Mobile Telecommunications System) im Sommer 2000 herrschte Goldgräberstimmung. Der Mobilfunkstandard der dritten Generation sollte das Internet endlich aufs Handy bringen, die Umsätze der Anbieter sollten geradezu explodieren. Lizenzkosten von 50 Milliarden Euro allein in Deutschland brachten die Gewinner der Auktion jedoch unter enormen Druck. Statt schnell das Netz aufzubauen, mussten sie erst einmal Geld aufnehmen und Schulden bedienen.

Über zwei Drittel aller Europäer besitzen bereits ein Handy.

Dazu kamen die harten Lizenzbedingungen. Diese lassen nur begrenzt Kooperationen beim Aufbau der Infrastruktur zu und verlangen, dass die Netze 2003 bereits 25 Prozent der Bevölkerung erreichen. Bis 2005 soll die Abdeckung bei 50 Prozent liegen. Zu allem Unglück ging auch noch der mittlere Umsatz pro Nutzer, der so genannte "Arpu" (Average revenue per user), zurück. Nach einer Untersuchung der Unternehmensberatung Arthur Andersen betrug der Einbruch in den USA im vergangenen Jahr rund zwölf Prozent. Zwischen 2002 und 2005 soll der Arpu um weitere 40 Prozent sinken. Die Situation in Deutschland ist nicht viel besser. Ein ruinöser Kampf mit Dumpingpreisen führte dazu, dass mittlerweile jeder Deutsche zwischen 8 und 80 ein Handy besitzt - aber nicht unbedingt damit telefoniert.