UMTS ist definitiv ein Thema

Im Vorfeld der UMTS-Versteigerung machte sich Ericsson Consulting nicht ganz uneigennützig für das universelle Mobilkommunikationssystem stark. In einer Studie untersuchten Analysten anhand unterschiedlicher Marktszenarien Perspektiven und Potenziale. Wenig überraschendes Ergebnis: UMTS wird ein Geschäft, und Lizenzinhaber werden die Wertschöpfungskette dominieren.

Von: Achim Born

Die Zahl der Bewerber für die UMTS-Lizenzen reduzierte sich im Vorfeld schon wie nach einem Abzählreim aus Kindertagen: Nahezu die Hälfte der ursprünglich zwölf Konsortien, die sich um die Frequenzen bemühten, verabschiedete sich schon vor Beginn der eigentlichen Versteigerung. Neben neuen Geschäfts- und Gesellschafterstrukturen der einzelnen Interessenten ließen die hohen Kosten - in Großbritannien wurden für fünf Lizenzen umgerechnet 70 Milliarden Mark bezahlt - Zweifel an einem wirtschaftlichen Erfolg von UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) aufkommen. Schließlich fallen neben den Lizenzaufwendungen noch 6 bis 15 Milliarden Mark Investitionen in Infrastruktur über einen Zeitraum von zehn Jahren an. Für Andreas Wild, Geschäftsführer der Ericsson Consulting in Düsseldorf, sind die Ängste zwar verständlich, aber nicht berechtigt. Sein Unternehmen habe sich, so der Ericsson-Manager, mit diesem Thema in den vergangenen zwölf Monaten auseinandergesetzt und im Rahmen einer Studie bewertet. Ziel der Untersuchung war es, die Anforderungen des Massenmarktes und der Unternehmen in Bezug auf UMTS-Dienste zu ermitteln. Hierzu wurden in vier Fokusgruppen mit je acht Teilnehmern intensiv unterschiedliche Massenmarktanwendungen diskutiert. Im Bereich der Unternehmen wurden insgesamt 41 Interviews aus den drei Segmenten Finanzen, Logistik und Handel sowie Medien geführt.

steigen im selben Maß, wie die Sprachübertragung billiger wird, deshalb bleiben die Kosten für UMTS-Dienste im Geschäftskundenbereich im nächsten Jahrzehnt beinahe konstant, erwartet Ericsson Consulting.

"Wir erheben für die Studie keinen Anspruch auf statistische Korrektheit", relativierte Wilds Mitarbeiter Carsten Ahrens bei der Präsentation der Ergebnisse. Gleichwohl hätten sich einige interessante Erkenntnisse ergeben. So erwarten Firmen durch mobile Anwendungen in erster Linie eine Verbesserung der Kundenbeziehungen sowie der Arbeitsabläufe, also eine Zeitersparnis. Als mobile Anwendungen mit höchstem Potenzial werden M-Commerce (84 Prozent), Navigation und Telematik (82 Prozent), News (76 Prozent), Unified Messaging (66 Prozent) sowie E-Cash (60 Prozent) aufgeführt. Zu den unabdingbaren Anforderungen an mobile Anwendungen zählen Nutzerfreundlichkeit, aktuelle und verlässliche Informationen, Filterung sowie Personalisierung.