ttt: AMDs Thunderbird mit 1,1 GHz für Slot und Sockel

Vor tausend Tagen: Die zweite Version des Athlon ist fertig: AMDs "Thunderbird" ist auf der "CeBIT 2000" nur hinter verschlossenen Türen zu sehen. Das "first silicon" läuft dort aber schon mit 1116 MHz. Die CPU mit 256 KByte L2-Cache auf dem Die wird für den Slot A und den neuen Socket A auf den Markt kommen.

Diese Meldung erschien bei tecCHANNEL vor 1000 Tagen am 25. 2. 2000. Mit unserem Service "Tausend Tage tecCHANNEL" (ttt) weisen wir noch einmal auf wichtige Entwicklungen der Vergangenheit hin und prüfen, was aus hochgelobten Trends und Technologien geworden ist.

Der Thunderbird ist noch im Prototypen-Stadium. Im Sommer 2000 soll die CPU dann Intels Coppermine Konkurrenz machen. Genau wie der Coppermine verfügt der Thunderbird, der den bisherigen Athlon unter gleichem Namen ablösen soll, über 256 KByte L2-Cache auf dem Die.

Der Prototyp des Thunderbird: Das Die ist auf der Rückseite der Cartridge noch nicht einmal verlötet, sondern wird von massiven Schrauben gehalten.

Die etwas merkwürdige Taktfrequenz hat AMD durch ein umgebautes Motherboard erreicht, auf dem der FSB mit 112 MHz arbeitet. Mal zehn ergäbe das 1120 MHz - angezeigt wurden von AMDs Programm aber nur 1116, was wohl im Rahmen der Messgenauigkeit liegt. Die ersten Donnervögel sollen im dritten Quartal 2000 aus Austin (Aluminium-Prozess mit 0,18 Mikron) und Dresden (0,18 Kupfer) einschweben. Mit dem Thunderbird-Kern stellt AMD auch den neuen Athlon für den Socket A her.

Ein Ansichtsexemplar des Thunderbird für den Socket A. Das passende Motherboard hat AMD noch nicht fertig.

Mit dieser Lowcost-Bauweise und dem Thunderbird-Kern wird auch der "Spitfire" erscheinen, der echte Konkurrent für den Celeron. Mit nur 128 KByte L2-Cache wird diese CPU aber nicht mehr Athlon heißen, um sich vom schnelleren High-End-Produkt zu unterscheiden. (nie)

Mit dem Thunderbird-Core begann die Erfolgsgeschichte des Athlon erst richtig. Zwar hatte AMD schon vorher Intel erstmals in Benchmarks geschlagen, das Socket-A-Design überzeugte aber auch viele Anwender, die gerne selbst aufrüsten. Bis heute ist AMD dem Sockel treu und hat ihn jüngst auf 166 MHz realen Takt beschleunigt. Auch der aktuelle Athlon XP mit Thoroughbred-Core (davor kam noch "Palomino") passt in den Socket A - und basiert noch immer auf der angejahrten K7-Architektur. AMDs Hoffnungsträger für den Desktop ist der Athlon 64, der erstmals einen komplett neuen Sockel erfordert. Mit T-Bird und dem Coppermine von Intel starben auch die Slot-CPUs aus, die nur einige Jahre nötig waren, da sich mit Strukturbreiten um 0,25 Mikron der L2-Cache nicht kostengünstig auf dem Die integrieren ließ. (nie)