Toolsuite schließt Lücke im Wissensmanagement

Im Rahmen eines Workshops wurde erstmals die Toolsuite ConWeaver des Fraunhofer IPSI öffentlich vorgeführt. Sie dient dem Aufbau von semantischen Wissensnetzen und sei so einfach aufgebaut wie Google, allerdings effektiver.

Die Hochschule Darmstadt, die Firma intelligent views und das Fraunhofer IPSI diskutierten auf einem Workshop über semantische Lösungen für Informationsintegration und Informationssuche. Dabei stellte das IPSI auch seine Lösung ConWeaver vor. „Wir sind uns sicher, dass wir mit unserer Workflow-basierten Wissensnetzerstellung ConWeaver genau die Lücke schließen können, die in den Unternehmen noch immer zwischen Berichtswesen und aktivem Wissensmanagement klafft,“ resümierte Thomas Kamps vom IPSI.

"So einfach wie Google, aber viel effektiver", sagt Dipl.-Informatiker Richard Stenzel vom Fraunhofer IPSI zur Toolsuite ConWeaver für den automatisierten Aufbau semantischer Wissensnetze. Foto: Fraunhofer IPSI
"So einfach wie Google, aber viel effektiver", sagt Dipl.-Informatiker Richard Stenzel vom Fraunhofer IPSI zur Toolsuite ConWeaver für den automatisierten Aufbau semantischer Wissensnetze. Foto: Fraunhofer IPSI

Die mangelnde Akzeptanz seitens der Mitarbeiter sei eine der höchsten Klippen des Wissensmanagements. Diese wollen die Fraunhofer-Forscher mit der Automatisierung solcher Netze umgehen. „Wir können damit die zusätzliche Arbeitsbelastung der Mitarbeiter in den Unternehmen deutlich reduzieren. Trotzdem können die Kollegen im Betrieb die Informationen natürlich sofort verwenden, damit das Unternehmen besser im Wettbewerb bestehen kann,“ so der Dipl.-Informatiker Richard Stenzel. Er hat die ConWeaver-Software maßgeblich entwickelt und sie auf dem Workshop zum ersten Mal öffentlich in Aktion gezeigt.

Schritt für Schritt werden Texte untersucht, um semantische Netzwerke automatisiert zu erstellen. Abb.: Fraunhofer IPSI
Schritt für Schritt werden Texte untersucht, um semantische Netzwerke automatisiert zu erstellen. Abb.: Fraunhofer IPSI

Die ConWeaver-Toolsuite bildet die vorhandenen Arbeitsabläufe und Berichtsmethoden in den Unternehmen ab. Sie verknüpft zudem das in Dokumenten und Datenbanken gespeicherte Wissen und präsentiert es anschließend in einem Intranetportal. Hunderttausende von Dokumenten, Tabellen und andere Datenquellen ergänzten sich so auf intelligente Weise. Läuft das System nach halbautomatischem Aufbau erst einmal rund, können anschließend vollautomatisch die neu hinzu gekommenen Dokumente eingebunden und damit intelligent auswertbar gemacht werden. Dies könne Nacht für Nacht oder am Wochenende geschehen, so das IPSI.

Kamps und Stenzel heben besonders den modularen Aufbau ihres Suchmaschinen-Baukastens hervor. „Wir haben Module entwickelt, die wir in weiten Grenzen frei miteinander kombinieren können und so zu überraschenden Leistungssteigerungen kommen. Außerdem können die Module einzeln für sich optimiert und an Kundenbedürfnisse angepasst werden.“

Praktische Erfahrungen mit der Toolsuite gibt es auch bereits. So wurde bei der Bilfinger Berger AG mit ConWeaver eine Experten- und Projektsuche realisiert. Bei der VAG-Armaturen GmbH befindet sich derzeit ein Projekt zur Produktsuche und zum produktbezogenen Dokumentenmanagement in der Testphase. (Detlef Scholz)