Mail-Client der Mozilla-Macher

Thunderbird-Alternative Postbox will produktiver sein

Ehemalige Mozilla-Entwickler haben einen neuen E-Mail-Client vorgestellt. Neben E-Mails kann sich Postbox auch in soziale Netze integrieren und bringt Zusatzfunktionen mit, die die Produktivität steigern soll.

Postbox basiert auf Firefox (es nutzt dessen Rendering-Engine "Gecko") und Thunderbird. Das Programm indexiert automatisch jegliche Inhalte, darunter Anhänge und Fotos. Das gleichnamige Start-up wurde unter anderem von Scott MacGregor gegründet. MacGregor war einer von zwei Mozilla-Angestellten, die den Mail-Client Thunderbird entwickelten, bevor die damalige CEO Mitchell Baker dem Projekt den Stecker zog. Thunderbird wurde dann an den Spin-off Mozilla Messaging abgegeben; MacGregor verließ Mozilla im Herbst 2007.

Die Compose Sidebar stellt indexierte Inhalte zur weiteren Verwendung bereit.
Die Compose Sidebar stellt indexierte Inhalte zur weiteren Verwendung bereit.

Postbox ist gegenwärtig in Beta-Versionen für Windows XP und Vista sowie für Mac OS X 10.4 und 10.5 erhältlich. Laut MacGregor handelt es sich dabei im Wesentlichen um einen E-Mail-Client mit zusätzlichen Funktionen. "Ziel ist, dass Leute damit mehr mit der E-Mail auf ihrem Desktop anfangen können", sagt MacGregor und hebt besonders die integrierte Indexierung und Suche sowie die "Compose Sidebar" hervor.

Aus der Compose Sidebar lassen sich Inhalte wie über eine Suche gefundene Attachments, Fotos oder Links direkt mit Drag and Drop in eine neue Nachricht ziehen. "Man kann Attachments auch durchblättern. Sobald Sie das Gewünschte gefunden haben, können sie diesen Inhalt in einer anderen Nachricht oder sonst wo weiterverwenden", so MacGregor weiter. Postbox stellt dazu unter anderem "Connectors" zur Verfügung, um E-Mail-Inhalte mit verschiedenen Online-Diensten von Facebook bis Twitter zu teilen.

Postbox kann Mails auch nach Konversationen ordnen.
Postbox kann Mails auch nach Konversationen ordnen.

Postbox basiert zwar in großen Teilen auf quelloffenem Code von Mozilla, doch ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht entschieden, ob das Programm ebenfalls Open Source werden soll. "Das können wir noch nicht sagen", erklärt MacGregor und verweist darauf, dass die eigenfinanzierte Company noch auf der Suche nach dem richtigen Geschäftsmodell ist. "Wir werden die Beta-Phase nutzen, um das zu entscheiden", so MacGregor.

Neben MacGregor sind bei Postbox unter anderem noch Mitgründer Sherman Dickman (Ex-Director of Product Management für die Mozilla Corp.) und Seth Spitzer (ehemaliger Firefox-Entwickler) mit von der Partie.Eine Version 1.0 von Postbox soll voraussichtlich im Frühjahr fertig werden. Eine Ausführung für Linux ist ebenfalls in Arbeit. (ComputerWoche/mja)