Test: VIA C3 "Nehemiah" mit SSE

Cool Processing - das ist VIAs Meinung und Marketingkonzept zum C3-Prozessor. Mit dem neuen Nehemiah-Core ist VIA auch Mitglied im GHz-Club. Wir testen, ob VIA mit dem C3 mehr zu bieten hat als Marketingsprüche.

Es gibt Prozessoren, die abseits von Taktfrequenz- und Performance-Rekorden kaum beachtet ihr Dasein fristen. Der VIA C3 Nehemiah ist eine solche CPU, deren Gehäuse-Aufdruck bereits erahnen lässt, dass damit in Sachen Geschwindigkeit wohl kein Rivale für AMD und Intel heranwächst. Aktuell ist VIA beim C3 erst bei 1,0 GHz Taktfrequenz angekommen. Die CPU findet ihren Platz außerdem in dem nicht mehr ganz taufrischen Socket 370. Somit bleiben ihr moderne Speichertechnologien verwehrt - bei DDR266-SDRAM ist Schluss.

Auch die Hoffnung auf einen Prozessor, der pro Takt mehr Befehle als ein Athlon XP oder Pentium 4 erledigen kann, ist schon durch dessen Stammbaum nicht gerechtfertigt. Der geistige Vater der kleinen VIA-CPU, Glenn Henry, sprach sich seit seinem PC-Debüt mit dem IDT Winchip gegen komplexe CPUs mit tiefen Pipelines und für eine schlanke Architektur aus. Den Sinn einer GHz-CPU stellte er generell des öfteren in Frage. Über die Irrwege von IDT über National Semiconductor bis VIA ist Henrys Prozessoren das Credo "Schlank und billig, statt fett und teuer" gemein.

VIA-C3-CPU: Der neue C3-Prozessor basiert auf dem Nehemiah-Core und besitzt einen integrierten Zufallszahlengenerator zur Datenverschlüsselung.
VIA-C3-CPU: Der neue C3-Prozessor basiert auf dem Nehemiah-Core und besitzt einen integrierten Zufallszahlengenerator zur Datenverschlüsselung.

Der VIA C3 "Nehemiah" mit 1,0 GHz ist im Handel für rund 49 Euro (Stand: 25.04.03) zu haben - was auf ein Schnäppchen hoffen lässt. Damit konkurriert er preislich und auf Sockel-370-Mainboards aber bereits mit dem Intel Celeron 1200. Der teuerste AMD Duron mit 1,3 GHz für den Sockel A ist dagegen sogar knapp 10 Euro billiger als VIAs Flaggschiff und selbst der Athlon "Thunderbird" 1100 liegt auf dem Preisniveau des C3 1000. Mit 64 Euro gefährlich nahe am Schnäppchenpreis des C3 ist auch der Celeron 1700 für den aktuellen Socket 478. Für den Athlon XP 1700+ sind auch nur 64 Euro fällig. Letztendlich ist der VIA C3 Nehemiah 1000 also weder ein Schnäppchen noch die letzte Aufrüstmöglichkeit für Sockel-370-Mainboards - und für eine Hand voll Euro gibt es auch CPUs von Intel und AMD für moderne Mainboards.

Was bietet also VIAs Dornröschen, was andere CPUs nicht können? Wir haben den VIA C3 Nehemiah ausführlich getestet und mit seinen potenziellen Konkurrenten verglichen.