Telefonnetz als Datenautobahn

Nach der Liberalisierung des deutschen Telekommunikationsmarktes drängen neue Hochgeschwindigkeitsdienste auf den Markt. Zwei Techniken spielen dabei eine Hauptrolle: die asymmetrische und die symmetrische digitale Teilnehmeranschlussleitung, kurz ADSL und SDSL.

Von: Dirk Radde

IT-Manager, die eine "zukunftssichere" Zugangstechnik zum Inter- oder Intranet suchen, müssen zwei Faktoren im Auge haben: Moderne Applikationen benötigen immer mehr Bandbreite, und die transportierten Datenmengen steigen rapide an. Deshalb sind traditionelle Internet-Zugangstechniken nur eingeschränkt tauglich. Herkömmliche Modems für den Anschluss an eine analoge Telefonleitung schaffen gerade einmal eine Übertragungsrate von 56 kBit/s. Der ISDN-Zugang ist mit 64 kBit/s nur geringfügig schneller, auch wenn sich die Datenrate mittels Kanalbündelung auf 128 kBit/s verdoppeln lässt.

Die SDSL-Leitung läuft vom Verteiler der Deutschen Telekom ins Gebäude des Nutzers.

Die Telekommunikationsunternehmen reagieren auf die erhöhte Nachfrage, indem sie Breitband-Zugangsnetze aufbauen. Hier konkurrieren mehrere Techniken miteinander, die entweder auf vorhandenen Leitungen aufsetzen oder eine neue Infrastruktur benötigen:

- Digital Subscriber Line (DSL, digitale Teilnehmeranschlussleitung),

- Kabelmodem, Glasfaser (Fiber to the Curb, Fiber to the Home),

- Richtfunk (Wireless Local Loop) und zukünftig

- UMTS.

Die Zahl von ISDN-, DSL-, Richtfunk- und Kabelmodem-Verbindungen wird sich bis 2005 verfünffachen.

Die DSL-Technik besitzt gute Voraussetzungen, die dominierende Technologie für Breitband-Internet-Zugänge zu werden. Ihre Vorteile liegen im flächendeckenden Telefonleitungsnetz, der Marktreife der Technik und den Leistungsmerkmalen für Privat- beziehungsweise Geschäftskunden. Der Einsatz von Kabel-Modems verzögert sich noch, weil die Kabel-TV-Netze umgerüstet werden müssen, damit sie über einen Rückkanal verfügen. Satellitenkommunikation, Richtfunk und Glasfaserzugänge sind aus technischen und wirtschaftlichen Gründen eher ergänzende Lösungen.

Bei der DSL-Technik kommen dagegen die vorhandenen Telefonleitungen zum Zuge. Diese besitzen noch erhebliche Kapazitätsreserven und lassen sich wesentlich effizienter nutzen. Die vorhandene Infrastruktur wird mit vergleichsweise geringem Aufwand für die Breitbandkommunikation aufgerüstet.