Stromsparwunder: AMDs PowerNow!

AMDs Stromspartechnik PowerNow! für Notebook-CPUs ist serienreif. Spannung und Takt des Prozessors kann das Verfahren automatisch ohne Neustart regeln, manuelle Eingriffsmöglichkeiten bietet PowerNow! ebenfalls. Die erste CPU mit dieser Technik ist der K6-2+, entsprechende Notebooks kommen in den nächsten Wochen. Die Akku-Laufzeit soll sich mit PowerNow! um bis zu 30 Prozent verlängern.

In München stellte AMD am heutigen Donnerstag das erstmals auf der CeBIT gezeigte PowerNow! in seiner endgültigen Form vor. PowerNow! kann jetzt die Spannung und den Takt des Prozessors im laufenden Betrieb in bis zu 32 Stufen regeln und somit Strom sparen, wenn nicht die volle Leistung des Systems benötigt wird.

PowerNow! unterscheidet sich damit von Intels SpeedStep, über das wir bereits ausführlich berichtet haben, ganz wesentlich: SpeedStep kennt nur zwei Zustände für Spannung und Takt. Diese sind außerdem von Intel fest vorgegeben. Bei einem mobilen Pentium III mit 650 MHz (1,6 Volt) kann beispielsweise der Takt auf 500 MHz bei 1,35 Volt verringert werden.

PowerNow! dagegen kann Takt und Spannung dynamisch je nach Auslastung des Systems reduzieren. Dies bedingt eigene Treiber für jedes Betriebssystem, da die AMD-Software die Auslastung des Rechners messen muss. Unter Windows 98 konnte AMD PowerNow! mit einem K6-2+ demonstrieren. Das Notebook stammte aus HPs  Pavilion-Serie und passte den Takt zwischen 200, 350, 450 und 550 MHz bei 1,4 bis 2,0 Volt selbstständig an. HP hatte sich für vier Stufen entschieden, AMD lässt den Herstellern die Wahl der Abstufung. Über ein kleines Programm kann der Anwender die Stufen auch fest einstellen, und beispielsweise zum Schreiben eines Textes die CPU dauerhaft nur mit 200 MHz zu betreiben.

Strom, jetzt: HP bietet vier Stufen für PowerNow! an, die automatisch oder fest ausgewählt werden können.

Die Automatik hingegen funktionierte in den Demonstrationen so gut, dass auch das rechenaufwendige Abspielen einer DVD ohne ruckelnde Bilder möglich war. Für DVD-Wiedergabe gibt AMD ebenfalls interessante Messwerte an: Der Film "Lost in Space" war bei fest eingestellten 500 MHz nach 1:40 Stunden beendet, da der Akku leergespielt war. Mit der PowerNow!-Automatik will AMD die vollen 2:10 Stunden wiedergegeben haben, der Akku soll noch elf Prozent Restladung aufgewiesen haben. Beide Tests liefen laut AMD auf dem selben Notebook.

Batterie-Tests mit Standard-Anwendungen legte AMD nicht vor, aber folgenden theoretischen Wert: Auf 200 MHz fixiert soll ein Notebook mit K6-2+ und PowerNow! mit dem Testprogramm BatteryMark 38 Prozent länger gelaufen sein, als bei 500 MHz (4:17 Stunden vs. 3:06 Stunden).

Systemkonform: PowerNow! verfügt auch über einen Treiber für die Systemsteuerung.

Wie viel PowerNow! in der Praxis bringt, muss erst ein unabhängiger Test zeigen, den tecChannel.de sobald wie möglich durchführen wird. Die ersten Notebooks mit dem K6-2+ sollen in den nächsten Wochen von Compaq, Fujitsu/Siemens, Toshiba und Hewlett-Packard kommen. Außerdem kündigte AMD neben dem K6-2+ mit 533 und 550 MHz noch einen K6-III+ für Notebooks (256 KByte L2-Cache gegenüber 128 beim K6-2+) und mobile Versionen des Athlon und Duron für dieses Jahr an - alle mit PowerNow!. (nie)