So einfach wie möglich

3Com wird mit den Geräten der NBX-Reihe dem Grundsatz "Radical Simplicity" durchaus gerecht. Nur hat die Einfachheit auch ihren Preis, wie unser Test zeigte.

Von: Carsten Rossenhövel, Dr. Klaus Plessner

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lernt, erlaubt die Software nur das Nötigste.

"LAN-Telefonie und Konvergenz" ist eine der Kernkompetenzen, die sich 3Com nach mehreren Neuausrichtungen auf die Fahne geschrieben hat. Wie mit seiner Serie von LAN-Switches will der ehemalige Allround-Anbieter auch mit den von NBX übernommenen Telefonanlagen in erster Linie kleine und mittlere Unternehmen ansprechen. Dementsprechend unterstützt das 3Com-Telefonsystem "NBX100" höchstens 150 Teilnehmer. Es wird seit zwei Jahren auf dem US-amerikanischen Markt angeboten und soll mit zusätzlichen ISDN-Schnittstellen auch in Europa Fuß fassen. Hier will 3Com auch die größere Variante "NBX750" einführen, die bis zu 600 Teilnehmer bedient.

Dass wir im Zusammenhang mit dem Testkandidaten geflissentlich den Begriff "Voice-over-IP-Anlage" vermeiden, hat seinen Sinn. Denn das Telefon "spricht" nicht IP, sondern das proprietäre und rein auf Ethernet-Frames gestützte Protokoll "H3NIP". Ein spezielles IP-Protokoll benutzen die Systemkomponenten nur dann, wenn sie über Segmentgrenzen hinweg kommunizieren. In kleinen Netzen aus nur einem Segment braucht der Anwender daher für die Telefone keine IP-Adressen zu definieren. Eine Vereinfachung, die 3Com mit dem Firmenmotto "Radical Simplicity" begründet. Der Hersteller will auf diese Weise eine Plug-and-Play-Telefonielösung schaffen; denn der gängige H.323-Standard und das darunter liegende Internet-Protokoll seien für viele Anwender zu komplex und sehr aufwändig zu konfigurieren.