SNIA: Datenaufbewahrung zu manuell, fehleranfällig und kostenintensiv

Digitale Informationen sind verlustgefährdet – so das simple Fazit einer von der Storage Networking Industry Association (SNIA) durchgeführten Umfrage. Ziel der Befragung von Experten in 276 Unternehmen war es, ein besseres Verständnis von Marktlage und Anforderungen rund um das Thema langfristige Archivierung zu bekommen.

Die SNIA will basierend auf der Umfrage die künftigen Schwerpunkte der Arbeit des „SNIA Data Management Forum“ (DMF) daran auszurichten. Der Bericht des Forums und der „100 Year Archive“-Arbeitsgruppe untersucht Betriebspraktiken, Anforderungen und Herausforderungen beim Management großer Datenmengen im Unternehmen über verschiedene Zeitspannen.

Generell waren die Befragten der Meinung, dass die Aufbewahrungsmethoden zu stark manuell, fehleranfällig und kostenintensiv seien und dass es an einer unternehmensweit durchgängigen Strategie fehle. Als besonders wichtig wurden die Klassifizierung von Informationen und die Zusammenarbeit zwischen Anwendern und Administratoren eingestuft.

Das DMS will sich jetzt beispielsweise mit Aufbewahrungsstrategien befassen. Außerdem will das DMF daran arbeiten, die Kosten und Komplexität der Umsetzung von Best-Practices zu verringern. Weitere Schwerpunkte liegen auf die Förderung verbesserter Management-Tools, Transparenz und Best-Practices sowie auf Bildungsmaßnahmen. Das DMF will zunehmend technische Herausforderungen der logischen und physischen Migration, Skalierbarkeit, Klassifizierung und Integration von Metadaten in Archiven adressieren.

Interessant an der Umfrage: 80 Prozent der Befragten besitzen Daten, die über 50 Jahre aufbewahrt werden müssen. Bei 68 Prozent liegt diese Frist sogar bei über 100 Jahren. Während der Lebensdauer von Daten und Informationen sollten mehrere Migrationen der Medien und Formate erfolgen, wobei nach zehn bis 15 Jahren damit begonnen werden sollte. Tatsächlich werden in nur 30 Prozent der befragten Unternehmen regelmäßig Daten migriert. Datenbankinformationen haben laut Umfrage das größte Verlustrisiko. Über 70 Prozent der Befragten hegen Zweifel daran, ob ihre Daten auch in 50 Jahren noch lesbar sein werden.

„Compliance, Security und Gesetzeslage stellen jedes Unternehmen vor zahlreiche Herausforderungen bei der Aufbewahrung digitaler Informationen“, sagt Vincent Franceschini, Chairman der SNIA. „Dieser Bericht zeigt den Status quo der Archivierungspraxis. Die Erkenntnisse bestätigen unsere Bemühungen, Standards und Best-Practices zu definieren, und geben für unsere künftigen Aufgaben die Richtung vor“. (speicherguide.de/cvi)

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