Skalierbare Leistungsträger

Für Unternehmen mit anspruchsvollen Serverapplikationen wie Datenbanken sind 4-Wege-Server mit Intel-Prozessoren eine gute Wahl, um eine hohe Rechenleistung zu erzielen. Die aktuellen Systeme von Compaq, Fujitsu Siemens und Hewlett-Packard zeigten im Testcenter der NetworkWorld, was in ihnen steckt.

Von: DIRK PELZER, Christoph Lange

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Die Komponenten in Intel-gestützten Serversystemen unterschiedlicher Hersteller werden einander immer ähnlicher. Viele Unternehmen fragen sich deshalb, ob hinsichtlich der Performance überhaupt noch Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern bestehen. Daneben gibt es aber auch andere Entscheidungskriterien wie die Handhabung oder die Werkzeuge zur Installation und Administration. NetworkWorld hat drei 4-Wege-Intel-Xeon-III-Systeme der mittleren Leistungsklasse auf den Prüfstand genommen und neben der Performance auch Ausstattung und Handhabung untersucht.

Das Testfeld bestand aus einem "Proliant DL 580" von Compaq, einem "Primergy N400" von Fujitsu Siemens und einem "Netserver LH6000" von Hewlett-Packard. Bei letzterem handelt es sich um eine 6-Wege-Maschine, die mit vier CPUs bestückt war, da HP keine 4-Wege-Rechner im Portfolio hat. IBM und Dell waren ebenfalls eingeladen worden, verzichteten aber auf eine Teilnahme mit der Begründung, dass die neuen 4-Wege-Systeme mit Intel-Foster-CPU bald kämen.

Um die Vergleichbarkeit der Testkandidaten sicherzustellen, gab NetworkWorld bei der Ausstattung der Geräte bestimmte Rahmenbedingungen vor: Neben vier Ultra-160-SCSI-Festplatten mussten die Server über 2 GByte Hauptspeicher und vier Pentium-III-Xeon-Prozessoren verfügen. Weiterhin sollten die Testsysteme mit einer Gigabit-Ethernet-Karte ausgestattet werden. Bei den Prozessoren lautete die Vorgabe, dass die derzeit schnellste CPU mit größtmöglichem Second Level Cache (SLC) zu wählen ist. Compaq und Hewlett-Packard lieferten Server mit 700-MHz-CPUs, die Maschine von Fujitsu Siemens war mit 900-MHz-CPUs ausgerüstet, alle verfügten über 2 MByte SLC. In den Testergebnissen schlug sich dieser Performance-Unterschied deutlich nieder. Wir führten die Performance-Tests für alle drei Systeme in identischer Form durch, sodass gut zu erkennen ist, welche Leistungssteigerung eine Aufrüstung von 700- auf 900-MHz-CPUs bringen kann. Um eine Vergleichbarkeit mit den "schwächeren" Kandidaten zu erreichen, gewichteten wir den Mittelwert aus allen Datenbank-Performance-Tests anhand der Taktrate der Prozessoren, indem wir ihn durch sieben beziehungsweise durch neun teilten.

Die vier Festplatten sollten paarweise in einem Raid-1-Verbund zusammengefasst und an einen Raid-Controller angeschlossen sein. Auf dem ersten Raid-Set war das Betriebssystem zu installieren. Wir wählten hierfür Windows-2000-Server mit Service Pack 2. Das zweite Raid-Set sollte als Datenpartition für die Benchmark-Tests dienen. Als File-System kam jeweils NTFS zum Einsatz. Bei den Raid-Controllern vertraute jeder Hersteller auf das jeweilige Flaggschiff. So war der DL 580 mit einem "Compaq Smart Array 5300"-Controller und 64 MByte Cache bestückt. Fujitsu Siemens setzte auf einen "Mylex Extreme Raid 2000"-Controller mit 128 MByte Cache und Hewlett-Packard auf den hauseigenen "HP Net-Raid-Controller" mit 32 MByte Cache.