Sharp packt Z80-CPU in LCD-Glas

Forschern von Sharp ist es gelungen, einen kompletten Prozessor auf der Glasscheibe eines LC-Displays zu integrieren. Das macht den Weg für Displays frei, die nur noch so dünn wie das Trägermaterial sind.

Die von Sharp quasi "aufgedampfte" CPU ist allerdings ein Modell von 1976 - es handelt sich um den Z80 von Zilog, der in ebendiesem Jahr auf den Markt kam. Der Z80 stellte später mit dem Sinclair ZX80 und ZX81 die Basis für die ersten Homecomputer.

Diese 8-Bit-CPU ist mit 13.000 Transistoren und 3 Mikron Strukturbreite heute nicht mehr zeitgemäß. Ein aktueller Pentium 4 mit Northwood-Kern besteht aus 55 Millionen Transistoren mit 0,13 Mikron Strukturbreite. Trotzdem reicht auch der CPU-Großvater Z80 noch für viele Anwendungen aus, etwa, um ein Display anzusteuern.

Hinterglas-Prozessor: Einzig die Kabel stören noch.

Bisher gab es auch schon entsprechende Treiber-ICs auf Glassubstrat - aber noch keine komplexeren Schaltungen wie eine CPU, Speicher oder dergleichen. Sharp hat das geschafft, indem statt anamorphem Silizium nur die für die Schaltung wirklich benötigte Kristallstruktur auf das Trägermaterial gezogen wird. Das Unternehmen nennt das "Continious Grain Silicon" (CGS). Auf anamorphem Silizium basieren derzeit die meisten LCDs, CGS soll demgegenüber 600 Mal schneller sein - und diese hohen Schaltgeschwindigkeiten ermöglichen es, nun auch CPUs in das Display selbst einzubetten.

Bis 2005 will Sharp die Technologie marktreif haben und unter anderem Info-Terminals anbieten, die nur noch 2 Millimeter dünn sind. Aber auch Fernseher sind mit dieser Technik denkbar - in vielen modernen TVs steckt auch nicht mehr als 8-Bit-Technik. (nie)