Set-Top-Box mit Dreamcast-Technologie

Der angeschlagene Spielekonsolen-Hersteller Sega hat einen neuen Partner gefunden. Das britische Unternehmen Pace wird die erste Set-Top-Box für digitales Fernsehen entwickeln, in der Segas Dreamcast-Technologie zum Einsatz kommt.

Das neue Gerät trägt den Namen Digital Home Gateway und verfügt im Gegensatz zur Dreamcast-Konsole über eine 40 GByte fassende Festplatte. Kunden sollen per Breitbandanschluss oder Telefonkabel Dreamcast-Spiele für eine bestimmte Zeit mieten und auf die interne Festplatte übertragen können. Auch Gebühren pro Nutzung der Spiele (Pay-per-Play) sind laut Pace denkbar.

Zudem soll die Hardware als Jukebox für Handheld-Konsolen dienen und diese drahtlos über ein Funknetzwerk mit Spielen versorgen. Pace und Sega werden gemeinsam für Marketing und Vertrieb des Digital Home Gateway sorgen. Einen Erscheinungstermin und Preise gaben die beiden Unternehmen allerdings noch nicht bekannt. Die neue Set-Top-Box ist für alle Digital-TV-Plattformen erhältlich und soll Anbietern des digitalen Fernsehens neue Einnahmequellen erschließen.

Auch für Sega ist der Deal mit Pace von großer Bedeutung, da die Dreamcast-Spiele dadurch auch online zur Verfügung stehen. Wie berichtet, kursieren Gerüchte, dass Sega ab März die Produktion der Dreamcast als eigenständiges Gerät einstellen werde und sich auf die Entwicklung von Spielen für die Konkurrenzkonsolen konzentrieren wolle. Bisher hat das Unternehmen dazu noch keine eindeutige Stellungnahme abgegeben.

Auf einen Produktionsstopp deutet zumindest eine Nachricht der Spiele-Webseite Gamers.com hin, wonach Microsoft seine Spielekonsole Xbox mit Dreamcast-Spielen kompatibel machen will. Die Macher der Webseite berufen sich dabei auf "gut informierte Kreise". Am 7. Februar werden sich die Fronten klären. An diesem Tag stellt Sega in Japan seine künftige Strategie vor. (jma)