Serverkontrolle via Internet

Avocent hat mit "DS 1800" eine gelungene Lösung für Firmen im Programm, die von einer Zentrale aus Serverfarmen an mehreren Standorten verwalten wollen. Ein paar kleinere Mängel stören den Betrieb nicht.

Von: Dr. Klaus Plessner

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Ein idealer KVM-Switch (Keyboard Video Maus) hat drei Eigenschaften: Erstens lässt er den Anwender seine Server aus der Ferne bedienen. Zweitens überträgt er die Videosignale der verwalteten Rechner in "Echtzeit", sodass der Mauszeiger des kontrollierten Servers nicht nachhinkt. Drittens ersetzt er alle Funktionen von Tastatur, Bildschirm und Maus, wodurch der Systemverwalter zum Beispiel nach einem Neustart das Bios-Setup aufrufen kann.

Bislang hat noch kein Hersteller die ideale Lösung auf den Markt gebracht. So genannte IP-gestützte KVM-Switches wie der "DS 1800" von Avocent erfüllen aber immerhin zwei dieser Anforderungen. Weil sie mit den Video- Keyboard- und Maus-Ports der Server verbunden sind, erlauben sie zum einen die vollständige Kontrolle des Zielrechners. Zum andern transportieren sie mithilfe eines eingebauten KVM-Servers die Bildschirmdaten über das Internet. Weil die Switches alle Videodaten in IP-Pakete verpacken und die Empfänger sie wieder auspacken, reichen die Datenraten nicht aus, um bewegte Bilder "in Echtzeit" zu übertragen. Das ist jedoch kein Mangel des Produkts von Avocent, sondern eine generelle Eigenschaft von IP-gestützten KVM-Switches. Der DS 1800 passt die Zahl der pro Sekunde übertragenen Screens an die Bandbreite der Verbindung an. Laut Hersteller liegt die Bildwiederholfrequenz im Schnitt bei vier Refresh-Zyklen pro Sekunde.