Selbst kühlende Chips durch Nano-Lightning

Das Problem der Kühlung von Halbleitern und die damit verbundene Lärmbelästigung durch Lüfter könnte mit der so genannten "Nano-Lightning"-Technologie bald der Vergangenheit angehören. Forscher der Purdue Universität meldeten dafür bereits mehrere Patente an.

Beim Nano-Lightning erzeugen die Forscher durch ein Ungleichgewicht der Ladungen in den Bauteilen kleine Windströme, mit denen die Hitze nach außen geleitet wird.

Dabei werden Nanoröhrchen in geringem Abstand zueinander in der Nähe eines Chips angeordnet. Unter Einfluss negativer Ladung schütten diese Elektronen aus. Mischen sich die Elektronen mit der sie umgebenden Luft, wird diese ionisiert, was letztendlich zum erwünschten Ungleichgewicht führt.

Mini-Gewitter im Chip: Forscher arbeiten an einer Selbstkühlungstechnologie mit Nano-Röhrchen. Die Technologie soll laute Lüfter ersetzen.

So entstehen kleine Blitze und die angrenzenden Elektronen werden durch die unterschiedlichen Spannungen angezogen und abgestoßen, was zu Luftbewegung und dem gewünschtem Kühleffekt führt.

Die Technologie hätte nach Angaben der Purdue Universität in der Vergangenheit mehrere 10.000 Volt erfordert. Die Forscher wollen den Effekt nun mit weniger als 100 Volt erreichen.

Laut Suresh Garimella leitet das Nano-Gewitter die Hitze genauso gut und schnell ab wie eine Wasserkühlung. Die eigens dafür gegründete Thorrn Micro Technologies Inc. soll das Kühlsystem auf den Markt bringen. (mst/uba)