SCO vs. Linux: Ordnungsverfahren gegen SCO

SCO Deutschland behauptet weiter auf seiner Website, dass Linux geistiges Eigentum von SCO beinhalte - trotz Verbots per einstweiliger Verfügung. Daraufhin hat jetzt die Bonner tarent GmbH ein Ordnungsverfahren gegen SCO eingeleitet.

Zwar hatte SCO die deutsche Website nach der Entscheidung der Landgerichte Bremen und München I - sie hatte SCO Deutschland verboten, eine solche Behauptung weiter aufzustellen - kurzzeitig vom Netz genommen und "gesäubert". Jedoch findet sich auf der Website nach wie vor der Brief, mit dem SCO Mitte Mai 1500 kommerziellen Linux-Anwendern mögliche juristische Konsequenzen wegen des Linux-Einsatzes angedroht hatte. Allerdings ist er jetzt nur noch per HTTPS zugänglich (siehe Bild).

Stein des Anstoßes: SCO Deutschland behauptet auf trotz Verbots durch eine einstweilige Verfügung weiterhin, Linux beinhalte geistiges Eigentum von SCO.

Daraufhin hat die Bonner tarent GmbH, ein mittelständischen Softwareanbieter mit Schwerpunkt auf Freier Software, heute einen Ordnungsgeldantrag gegen die SCO GmbH gestellt. Das Unternehmen hatte bereits am Dienstag beim Landgericht München I trotz einer von SCO hinterlassenen Schutzschrift eine einstweilige Verfügung erwirkt. "Wir können nicht einfach hinnehmen, dass GNU/Linux-Anwender irritiert werden und Linux-Unternehmen wirtschaftlichen Schaden erleiden", erklärte dazu Elmar Geese, Geschäftsführer von tarent.

Auch der LinuxTag e.V., der SCO bereits am 23. Mai wegen wettbewerbswidrigem Verhalten abgemahnt hatte, zeigte sich über SCOs Verhalten empört. "Sich über die Rechtsprechung hinweg zu setzen, ist skandalös. Die Verunsicherungsstrategie gegenüber den GNU/Linux-Anwendern und der Community wird offenbar fortgesetzt", bewertete der Vereinssprecher Michael Kleinhenz SCOs Vorgehen. (jlu)