Rückblick 2003 - Jahr der Insolvenzen

2003 gilt als Rekordjahr der Unternehmenspleiten. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Wir ziehen ein Fazit über die bereits vergessenen, spektakulären und auch überraschenden Insolvenzen in der IT-Branche.

Die Zahlen sind erschreckend: Creditreform schätzt die Gesamtinsolvenzen für Deutschland 2003 auf 99.800. Das wäre ein Plus von 18,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr mit 84.330. Davon waren fast 40.000 Unternehmenspleiten. Das sind 5,5 Prozent mehr als 2002 (37.620). Die gestiegene Anzahl der Insolvenzen hat nicht nur Arbeitsplätze vernichtet, sondern auch einen finanziellen Schaden für die gesamte Volkswirtschaft in Höhe von 40,5 Milliarden Euro verursacht - 2,1 Milliarden Euro mehr als im vergangenen Jahr.

Aufteilung: An den knapp 100.000 Insolvenzen 2003 hatten die privaten Pleiten den größten Anteil.
Aufteilung: An den knapp 100.000 Insolvenzen 2003 hatten die privaten Pleiten den größten Anteil.

Die Masse der großen und spektakulären Pleiten - mit dem entsprechenden Medienecho - von Unternehmensriesen wie Holzmann, Herlitz, Kirch-Media, Babcock und Fairchild spielte sich bereits im Vorjahr ab. Aber auch 2003 waren große Namen wie Grundig, die frühere BASF-Unternehmenstochter Emtec Consumer Media, Kettner, Aero-Lloyd oder die Hähnchenkette Wienerwald betroffen.

Tendenz steigend: Durch die privaten Insolvenzen ist die Zahl der Pleiten explodiert.
Tendenz steigend: Durch die privaten Insolvenzen ist die Zahl der Pleiten explodiert.

In der IT-Branche sieht es nicht anders aus, allerdings traf die Pleitewelle eher Hersteller aus der Hardwarebranche. Die Softwareanbieter machten durch Übernahmen und Fusionen auf sich aufmerksam.