Projekt soll Grid Computing auf die Sprünge helfen

Das Projekt BEinGRID (Business Experiments in Grid) der Europäischen Kommission soll die Einführung und Nutzung des Grid Computing in der Wirtschaft fördern. Mit 15,7 Millionen Euro Zuschuss ist es eines der größten europäischen IT-Förderprojekte.

Das Projekt beginnt mit achtzehn Pilotanwendungen aus unterschiedlichen Wirtschaftsbranchen sowie begleitenden Softwareentwicklungen. In einer zweiten Phase kommen weitere Anwendungen und Branchen hinzu. Beteiligt am BEinGRID-Projekt sind 75 Partner aus Forschung und Industrie.

Das BEinGRID-Logo des europäischen IT-Projekts. (Abbildung: SCAI)
Das BEinGRID-Logo des europäischen IT-Projekts. (Abbildung: SCAI)

Grid Computing steht für eine der führenden aktuellen Entwicklungslinien in der Informationstechnik. Es steht für einen transparenten Zugriff auf IT-Ressourcen wie Rechner, Software oder Daten. Egal wo ein Rechner steht, wo Daten oder Software liegen – die Nutzer können schnell und kostengünstig über ein Netz auf sie zugreifen. Mit Grid Computing lassen sich Abteilungen in Unternehmen oder auch Unternehmen mit ihren Zulieferern eng verzahnen. Experten schätzen das wirtschaftliche Potenzial des Grid Computing als enorm ein. Doch die Einführung in die industrielle Praxis steht noch am Anfang.

BEinGRID-Projektpartner ist das Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen (SCAI) in Sankt Augustin. Es bringt unter anderem sein Know-how komplexer industrieller Softwarelösungen in das Projekt ein. Mit Partnern aus dem Schiffsbau, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und einem großen deutschen IT-Dienstleister wird eine Simulationsplattform an die Grid-Technologie angeschlossen. Damit können externe Computer- und Datenressourcen für die Aufgaben im schiffbaulichen Entwurf erschlossen werden. Das SCAI ist ferner als einer der 17 Kernpartner des Projektes in Fragen der Entwicklung und Nutzung von Grid-spezifischer Systemsoftware engagiert.

An BEinGRID beteiligen sich führende Forschungsorganisationen und Industrieunternehmen auf dem Gebiet des Grid Computing. Die Gesamtleitung hat das spanische IT-Unternehmen Atos Origin inne. Es sollen speziell auf die Anforderungen der Industrie zugeschnittene Pilotanwendungen erstellt werden, um Grid-Techniken in die europäische Wirtschaft einzuführen und praxisnah zu testen. Schlüsselbereiche sind unter anderen Logistik, Risikomanagement, Erdbeobachtung, die Modellierung von Grundwasser-Reservoirs sowie Simulationsanwendungen aus dem Fahrzeugbau und die Verarbeitung von Blechen in der Automobilindustrie.

Von Anfang an sind IT-Dienstleister, Endanwender und Technologieentwickler mit in die Erarbeitung der Pilotanwendungen einbezogen. Die in BEinGRID erprobten Grid-Anwendungen können so aus dem Forschungskontext heraus zu einer breiten Nutzung in die Industrie übergehen. Die Ergebnisse des Projektes – Software und Know-how – werden in einem Wissenspool zusammengefasst und der Wirtschaft zur Verfügung gestellt. BEinGRID soll damit einen Beitrag zum Wissenstransfer und zur Überführung neuer IT-Technologien in die kommerzielle Nutzung leisten. (Detlef Scholz)