Pentium 4 braucht neue Netzteile

Auf dem Intel Developers Forum in der vergangenen Woche hat Intel eine neue Spezifikation für PC-Netzteile vorgelegt. Die "ATX12V" getauften Geräte sind für den enormen Strombedarf von Pentium-4-PCs notwendig. Sie sind abwärts- aber nicht aufwärtskompatibel zu bisherigen ATX-Netzteilen.

Wie bereits berichtet, benötigt der Pentium 4 schon in seinen ersten Versionen mit 1,3 und 1,4 GHz um die 60 Watt Leistung. Bei derart hohem Strombedarf wären die Schienen für 3,3 und 5 Volt bisheriger Netzteile und Mainboards hoffnungslos überlastet. Daraus wurden bisher neben der CPU auch Speicher, Board und Steckkarten gespeist.

Intel hat deshalb auf dem in der vergangenen Woche beendeten Intel Developers Forum (IDF) in San Jose bekannt gegeben, dass Pentium-4-Boards mit einem neuen Spannungsregler arbeiten werden. Das VRM 9 (Voltage Regulation Module 9) getaufte Konzept sieht auch einen Eingang für 12 Volt vor. Bisherige ATX-Netzteile verfügen jedoch nur über einen Pin auf dem Board-Stecker, an dem 12 Volt anliegen - auch der wäre jetzt wieder überlastet.

Daher hat Intel auch gleich mit "ATX12V" ein neues Netzteil erfunden. Es verfügt neben dem herkömmlichen 10-poligen ATX-Stecker und den Laufwerksanschlüssen noch über einen zusätzlichen vierpoligen Stecker, der mit 12 Volt belegt ist.

ATX12V: Ganz vorne der neue vierpolige Stecker mit Extra-Strom für den Pentium 4.

Der neue 12-Volt-Anschluss passt auf einen neuen Stecker auf den Mainboards und speist damit das VRM 9, das wiederum den Pentium 4 versorgt. Der neue Stecker war auch schon auf den ersten Fotos eines Pentium-4-Systems zu finden. Die damalige Annahme, es handle sich nur im die Versorgung von Test-Logik hat sich damit als falsch erwiesen: Der Pentium 4 benötigt definitiv neue Netzteile, Intel empfiehlt 200 bis 300 Watt als minimale Gesamtleistung der Stromquelle.

Glühbirne: Bei 1,4 GHz schluckt der Pentium 4 über 66 Watt.

Rund zwanzig Hersteller stellen laut Intel die ATX12V-Netzteile bereits her, darunter so bekannte Namen wie Enermax, LiteOn, Mitac und Young Year. Trotz der damit zu erwartenden guten Versorgung mit Pentium-4-Komponenten wird der neue Prozessor, der ab Oktober ausgeliefert wird, als Upgrade-Lösung immer unattraktiver: CPU, Mainboard, Rambus-Speicher und neues Netzteil sind nötig. Da greift man besser gleich zu einem Komplettsystem.

Weitere Details zum Pentium 4 sowie den anderen IDF-Highlights wie XScale und Timna bietet der Report IDF: Drei Tage Intel total. (nie)