PDA mutiert zum Handy

Im Sommer kommt das VisorPhone nach Deutschland. Das Erweiterungsmodul verwandelt Handsprings Visor-PDA in ein vollwertiges GSM-Handy. Wir haben dessen Funktionalität und Internettauglichkeit getestet.

Der Trend ist eindeutig: Der PDA der Zukunft wird zur eierlegenden Wollmilchsau. Telefonie, Internetanbindung, MP3-Wiedergabe oder das Abspielen von Videofilmen sollen die derzeit noch dominierenden PIM-Funktionen wie Adressenverwaltung oder Terminplanung in den Hintergrund drängen. De facto wachsen Handy und PDA immer mehr zusammen. Neue Smartphones wie das Trium Mondo oder das Microsoft-Projekt Stinger stehen für diese Entwicklung.

Eine etwas andere Strategie wählt PDA-Hersteller Handspring mit seinem Telefonmodul VisorPhone. Die Idee ist clever: Steckt man das Modul in den Springboard-Slot an der Rückseite der Visor-PDAs, mutiert der mobile Minirechner zu einem GSM-Handy mit Display in PDA-Größe. Auf diese Weise kann man mit dem Visor telefonieren sowie ohne zusätzliches Handy im Internet surfen. Damit wird das unbequeme Hantieren mit zwei Geräten bei der Einwahl in das World Wide Web hinfällig.

D-Netz: Das VisorPhone funkt nicht im E-Netz.
D-Netz: Das VisorPhone funkt nicht im E-Netz.

Das VisorPhone gibt es derzeit ausschließlich in den USA. Im Sommer soll das Erweiterungsmodul aber auch hierzulande erhältlich sein. Das deutsche Modell arbeitet jedoch nur auf der amerikanischen 1900-MHz-Frequenz und den deutschen D-Netzen (900 MHz). E-Netz-Kunden von VIAG Interkom und E-Plus (1800 MHz) schauen damit in die Röhre.

Der Preis für den deutschen Markt steht noch nicht fest. Legt man den US-Preis als Anhaltspunkt zugrunde, müssen die Käufer tief in die Tasche greifen. Das VisorPhone kostet in den USA ohne Kartenvertrag 499 US-Dollar, mit Kartenvertrag 299 US-Dollar.