PC-Spiele machen sich in der Therapie nützlich

An der Universität Zürich ist ein Computerspiel für die Psychotherapie von Kindern entwickelt worden. "Magic Castle" kann als coole Hausaufgabe die Arbeit der Therapeutinnen und Therapeuten unterstützen.

"Magic Castle" ist ein psychotherapeutisches Computerspiel, das für die kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlung von 8- bis 12jährigen Kindern eingesetzt werden kann. Lernt das Kind in der Therapie beispielsweise Gefühle wie Wut, Trauer oder Angst zu unterscheiden, so kann es diese Themen anschließend als elektronische Hausaufgabe wiederholen oder besser einüben. "Sinn des Spieles ist es, den Therapeuten bei der Behandlung von Depression, Ängsten oder aggressivem Verhalten zu unterstützen", erklärt Veronika Brezinka, Psychologin und Psychotherapeutin am Zentrum für Kinder und Jugendpsychiatrie der Universität Zürich. "Den Therapeuten ersetzen kann es auf keinen Fall."

Das "magische Schloss". Foto: Uni Zürich
Das "magische Schloss". Foto: Uni Zürich

Das Computerspiel wurde gemeinsam mit Studierenden der Universität Zürich und der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich HGKZ entwickelt. Die Psychologiestudierenden konzipierten gemeinsam mit Studierenden des Studiengangs Interaction Design/Game Design (IAD) den Prototyp psychotherapeutisch orientierter Computerspiele. "Magic Castle" liegt jetzt in englischer und deutscher Sprache vor und kann in weitere Sprachen übersetzt werden. Das könnte zum Beispiel in der Arbeit mit fremdsprachigen Kindern hilfreich sein.

"Magic Castle" ist ein so genanntes serial Game. Foto: Uni Zürich
"Magic Castle" ist ein so genanntes serial Game. Foto: Uni Zürich

Am 23. September wird das Computerspiel am internationalen Jahreskongress der "European Association of Behavioural and Cognitive Therapies" erstmals der Fachwelt präsentiert. Danach soll es als unterstützendes Medium in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen eingesetzt und auf seine Wirksamkeit überprüft werden.

Noch steckt die Entwicklung von psychotherapeutischen Computerspielen in den Kinderschuhen. Auch das Fach Game Design ist erst seit wenigen Jahren eine akademische Disziplin. Innerhalb des Game Design unterscheidet man den Bereich der Serious Games, unter die auch das neu entwickelte "Magic Castle" fällt. Serious Games sind "entertaining games with non-entertainment goals". In den USA werden bereits einige Serious Games im Gesundheitsbereich eingesetzt, wie Spiele für Kinder mit Diabetes, Asthma oder Krebs. Sie verbessern den Umgang der Kinder mit ihrer Krankheit nachweislich. "Magic Castle" ist jedoch das erste Computerspiel, das gezielt für den Einsatz in einer kognitiv-verhaltenstherapeutischen Behandlung entwickelt wurde. (Detlef Scholz)