Exadata Database Machine auf Sun-Basis

Oracle tunt Highend-Datenbank-Server mit Flash-Technik

Noch wird die Übernahme von Sun-Microsystems von den Kartellbehörden geprüft, da stellt Oracle bereits das erste gemeinsame Produkt vor. Die Exadata Database Machine soll doppelt so schnell arbeiten wie der mit Hewlett-Packard entwickelte Vorgänger.

Oracle-Chef Lawrence Ellison hat einen Highend-Datenbank-Server vorgestellt, der sich laut Hersteller vor allem für Data-Warehouse-Anwendungen und Online Transaction Processing (OLTP) eignen soll. Die Exadata Database Machine Version 2 besteht aus einem vorkonfigurierten Paket aus Hardware von Sun Microsystems und Oracle-Software. Firmenchef Lawrence Ellison pries den neuen Datenbank-Server als schnellste Maschine für Data Warehousing und Online Transaction Processing an. Seinen Angaben zufolge soll der Rechner doppelt so schnell arbeiten wie Version 1 der Exadata Database Machine, die Oracle im vergangenen Jahr in Kooperation mit Hewlett-Packard vorgestellt hatte.

Die Basis für Oracles Datenbankboliden bilden Standardkomponenten. Es kommen Server vom Typ Sun Fire X4275 zum Einsatz, die mit Quad-Core-Xeon-Prozessoren von Intel arbeiten und unter Linux laufen. Originäre Sun-Produkte wie die Ultrasparc-CPUs beziehungsweise das hauseigene Unix-Derivat Solaris bleiben außen vor. Jeder Datenbank-Server lässt sich mit maximal 72 GB DDR-3-Arbeitsspeicher bestücken. Ein voll ausgebautes Rack-System mit acht Servern kommt damit auf 576 GB Memory. In den Maschinen lassen sich SAS- und SATA-Festplatten kombinieren. Pro Rack finden maximal 100 TB SAS-Speicher und 336 TB auf SATA-Platten Platz. Für den Transport der Daten sorgen Infiniband-Verbindungen, die für einen Datendurchsatz von bis zu 40 Gbit pro Sekunde sorgen sollen.

Oracle-Chef Lawrence Ellison hat Konkurrenten wie IBM den Kampf im Hardwaregeschäft angesagt.
Oracle-Chef Lawrence Ellison hat Konkurrenten wie IBM den Kampf im Hardwaregeschäft angesagt.

Um die schnellen Datenleitungen auch auslasten zu können, integriert Oracle Suns "FlashFire"-Technik in die neuen Systeme. In der Vergangenheit bildeten oft die vergleichsweise langsamen Festplatten den Flaschenhals in den Datenbank-Servern. Die Geschwindigkeitsbremse lösen sollen spezielle Flash-Speicher-basierende Beschleunigungskarten. Jeder Storage-Server fasst bis zu vier Karten mit jeweils 96 GB dieses schnelleren Speichertyps, der einen zügigeren Zugriff auf die dort abgelegten Daten ermöglichen soll. Ein voll ausgebautes System mit 14 Storage-Servern kommt damit auf über 5 TB an Flash-Kapazität. Ellison zufolge erreicht Version 2 der Exadata Database Machine mit dieser speziellen Flash-Technik und den Infiniband-Verbindungen eine Leistung von einer Million I/O-Operationen pro Sekunde. "Kein anderer Computer der Welt kann Daten schneller bewegen", tönte der Oracle-Boss.

Dazu trägt laut Hersteller auch das Softwarepaket seinen Teil bei. Anwender benötigen für die Data-Warehouse- und OLTP-Maschine mindestens die aktuelle Version 11.2 der Enterprise-Edition von Oracles Datenbank. Spezielle Tools sollen darüber hinaus für eine effizientere Kompression sorgen, um mehr Daten auf die schnelleren Flash-Speicher packen zu können. Spezielle Storage-Indices sowie optimierte Scans sollen zusätzlich die Abfragen beschleunigen.

Oracle will Release 2 der Exadata Database Machine in vier Versionen auf den Markt bringen:

  • Basic: je ein Datenbank- und Storage-Server;

  • Quarter-Rack: zwei Datenbank- und drei Storage-Server;

  • Half-Rack: vier Datenbank- und sieben Storage-Server;

  • Full-Rack: acht Datenbank- und 14 Storage-Server.

Alle Varianten sollen ab sofort verfügbar sein. Die Preise für die Basisversion beginnen bei etwa 115.000 Dollar. Für die Full-Rack-Version müssen Interessenten mindestens 1,15 Millionen Dollar auf den Tisch legen. Diese Preise beinhalten jedoch nur die Hardware. Zusätzlich müssen Kunden die Kosten für Datenbank und Storage-Tools mit einkalkulieren.