Offen und vernetzt

Der Forderung der Kunden nach kompletten, vernetzten Lösungen müssen auch die Anbieter von Betriebssystemen in Zukunft Rechnung tragen. Über die Entwicklungsrichtung der Software herrscht Einigkeit: Ausrichtung an Standards, Integration zusätzlicher Dienste und 64-Bit-Unterstützung.

Von: Frank-Michael Schlede

Die Zeiten der "Betriebssystemkriege", beispielsweise zwischen Unix und Windows NT, scheinen vorbei zu sein. Bei Anwendern und Anbietern steht der Nutzen einer EDV-Lösung im Vordergrund. Zu dieser Überzeugung könnte ein Beobachter kommen, wenn er die Aussagen der großen IT-Firmen vergleicht: Fast alle diese Unternehmen, ganz gleich ob Novell, Microsoft, Compaq oder Hewlett-Packard, stellen sich eher als Lösungs- denn als Betriebssystemanbieter dar.

Die Anteile von AIX und UnixWare, die sich im Monterey-Projekt wiederfinden, würden über 50 Prozent des Marktes ausmachen.

Doch ein Blick hinter die Kulissen zeigt, daß das unter einer Softwarelösung arbeitende System, und das schließt auch die sogenannten Netzwerk-Betriebssysteme mit ein, doch von Bedeutung ist. Die Aufregung, die unter den Herstellern durch die steigende Bedeutung von Linux entstand, macht deutlich, wie wichtig die Entscheidung für ein Betriebssystem immer noch ist. Es stellt die unverzichtbare Basis einer jeden Applikation dar. Auch die Anstrengungen der verschiedenen Anbieter, immer neue und verbesserte Merkmale in ihre Systemsoftware zu integrieren, läßt darauf schließen, daß es auch in den nächsten Jahren noch erbitterte Kämpfe um die Anteile in dem Marktsegment geben wird.

Marktforschungsinstitute wie IDC betrachten nach wie vor nur getrennte Bereiche des Marktes. So prognostiziert eine Studie aus diesem Jahr für die sogenannten LAN-Betriebssysteme in Westeuropa bis zum Jahr 2003 ein jährliches Wachstum von 12 Prozent. Dazu zählen die Analysten von IDC neben der Netware-Familie von Novell unter anderem auch Windows NT, IBMs OS2 Warpserver und den Micrcosoft LAN-Manager.

Die Hauptkriterien für diese Klassifizierung sind "klassische" LAN-Fähigkeiten, also File- und Print-Sharing, während die Applikations-Server explizit ausgenommen werden. Die Anbieter ziehen die Grenze ganz und gar nicht so streng, sondern sagen für die nahe Zukunft eine Vereinheitlichung der Fähigkeiten der Betriebssysteme voraus.